Dienstag, 22. Juli 2014

Über dem Polarkreis - Teil 1

Zur Zeit befindet sich Sabine im hohen Norden, um an einem fotographischen Projekt zu arbeiten. In den vergangenen Tagen hatte ich das Glück sie über dem Polarkreis zu besuchen. So reiste ich also letzten Donnerstag am Abend bereits in die Nähe des Flughafens Zürich, wo ich bei meiner Schwester und ihrem Partner übernachten konnte, damit ich am Freitag früh den Flug nach Helsinki und von dort weiter nach Rovaniemi, der Hautstadt der finnischen Landschaft Lappland, nehmen konnte. Hier kam mich Sabine mit dem Mietwagen abholen und nach einem kleinen Mittagessen im Flughafenrestaurant fuhren wir weiter zu ihrem momentanen Aufenthaltsort Kemijärvi. Dort angekommen erhielt ich eine Führung durch die Art Residence, bevor wir uns für eine kleine Wanderung mit gemütlichem Nachtessen vom Grill beim Waldpfad von Honkakangas aufmachten. Für die weitere Einstimmung auf diese beeindruckende Region fuhren wir anschliessend noch zum Bahnhof, wo riesige Beigen von Baumstämmen auf die Verladung und den Transport mittels Eisenbahn zu den Holzfabriken warten.
Lappland Juli 2014 - Tag 1

Am Samstag unternahmen wir einen Ausflüg in den Pyhä-Luosto-Nationalpark etwas weiter nördlich. Erste Station war die Lampivaara Amethyst Mine, die wir nach einer kurzen Wanderung erreichten. Oben auf dem Hügel Lampivaara konnten wir zuerst von einem Guide einige interessante und witzige Geschichten über die Mine und die Geschichte des Amethyst erfahren und anschliessend selber nach den Steinen graben bis wir fündig wurden und ein eigenes Exemplar mitnehmen konnten. Weiter informierten wir uns über den Nationalpark im Visitor Center und liessen uns danach mit dem Sessellift auf den Gipfel des Kultakero bringen. Leider konnten wir dort die Aussicht nicht so lange geniessen, da ein Sturm ziemlich rasant nahte und so mussten wir bald darauf mit dem Liftwart und seinem Auto die Talfahrt unternehmen. Wieder zurück in Kemijärvi besuchten wir den Strand und gingen dann fürs Nachtessen ins Bar & Grill pubi.fi, wo wir den Abend mit ein paar Finnen ausklingen liessen. Nach ein paar angeregten Gesprächen und dem Genuss von Karjala-Bier konnten wir einige Zeit später trotz vorgerückter Stunde den Heimweg immer noch bei hellen Lichtverhältnissen unter die Füsse nehmen.
Lappland Juli 2014 - Tag 2

Dienstag, 15. Juli 2014

Auf den Spuren der Schifffahrt

Als Ergänzung zum Besuch der Pfahlbauer im BHM letzte Woche, begab ich mich heute ins Neue Museum Biel, wo im Haus Schwab passend zur Aufnahme der "Prähistorischen Bauten um die Alpen" in die Liste des UNESCO-Welterbes noch bis zum 20. Juli die Ausstellung "Einbaum - Urgeschichte der Schifffahrt" gezeigt wird. Im Erdgeschoss werden Fundstücke zu Themen wie Fischerei oder Spiel und Kult, sowie auch der Einbaum von Erlach gezeigt. Dieser Zeitzeuge ist besonders wertvoll, da er nicht ganz fertig gestellt wurde und somit wichtige Erkenntnisse über die damalige Fabrikationsweise zulässt. In einem zweiten Raum erhält man interessante Informationen über die Möglichkeiten der Bergung, Konservierung und Restaurierung. Nach einem Aufstieg über die Treppe kann man im Obergeschoss den Einbaum von Twann besichtigen. Ebenfalls in diesem Raum erfährt man anhand einer Serie von Grafiken wie die Herstellung vom Fällen des Baumes bis zum fertig ausgehöhlten Einbaum vor sich ging und kann daneben Werkzeuge aus der Stein- und Bronzezeit bestaunen. Der letzte Saal zeigt dann noch einen Überblick über die Entwicklung der Schifffahrt - im speziellen auf dem Bielersee - vom Einbaum über Barken bis zum Dampfschiff. Zum Abschluss besichtigte ich anschliessend noch den Bronzezeit-Einbaum von Twann-St. Petersinsel, der seit über hundert Jahren im Garten hinter dem Haus Schwab steht und kürzlich erstmals restauriert wurde.


Der Besuch dieser dank der Kombination von Exponaten, Bildern sowie Video- und Dia-Beiträgen kurzweiligen Ausstellung rundete meine "Pfahlbauer-Woche" ideal ab.

Sonntag, 13. Juli 2014

British Music and American Football

In den vergangenen Tagen war ich ein bisschen in Sachen Musik und Sport unterwegs. Als erstes besuchte ich am Donnerstagabend das Konzert von Death by Chocolate auf dem Bieler Ringplatz anlässlich der Kulturwoche Pod'ring. Die Band um Mathias Schenk erfreute die zahlreichen Zuhörer mit ihrem gitarrenlastigen Sound. Am Freitag führte mich mein Weg gemeinsam mit ein paar Freunden dann nach Aarberg, wo mitten im idyllischen Städtchen das Stars of Sounds-Festival stattfand. Nach unserer Ankunft konnten wir noch die letzten Songs - unter anderem eine Melanie-Version seines Hits Rosalie - von Bligg miterleben. Etwas später erklangen auch schon die ersten Töne vom Hauptgrund unserer Anreise, der britischen oder genauer schottischen Band Texas. Die Setlist bestand einerseits aus den grossen Hits der Gruppe und andererseits einigen neueren Stücken vom letzten Album The Conversation. Auch wenn das Publikum nicht sehr mitsingfreudig war, liess sich die Sängerin Sharleen Spiteri nie entmutigen und konnte bei Say what you want erstaunt feststellen, dass in der Schweiz die Männer besser und lauter als die Frauen singen. Zum Abschluss des Abend bei angenehmem Wetter hörten wir uns noch einige Songs der jamaikanischen Reggae-Legende Jimmy Cliff an, bevor wir wieder nach Hause fuhren.

Der Samstag stand danach im Zeichen des Sports. Im alten Stadion Gurzelen in Biel fand mit dem Swiss Bowl XXIX das diesjährige Finalspiel der American Football-Schweizer Meisterschaft statt. Für diese Begegnung, welche die Neuauflage des letztjährigen Finalspiels bedeutete, standen sich der langjährige Dominator Calanda Broncos und Herausforderer Gladiators beider Basel gegenüber. Bereits kurz nach Kick-Off konnten die Gladiators den ersten Touchdown inklusive Zusatzkick verbuchen und liessen sich danach nicht mehr von der Siegerstrasse abbringen. Die Broncos konnten lange nicht überzeugen und brachten sich durch Fangfehler, Fouls und unnötige Ballverluste in eine immer aussichtslosere Position. Erst gegen Ende des Spiels konnten sie den Rückstand noch etwas verkürzen, aber für eine Wende reichte es nicht mehr. Somit konnten die Gladiators die Broncos verdient enttrohnen und die Trophäe in Empfang nehmen.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Auf den Spuren der Pfahlbauer

Seit dem 3. April und noch bis zum 26. Oktober ist im Bernischen Historischen Museum die Wechselausstellung "Die Pfahlbauer - Am Wasser und über die Alpen" zu sehen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Spaghetti Factory besuchte ich diese zusammen mit meinen Eltern am vergangenen Dienstag. Zu Beginn gibt es eine kurze Einführung über den Namen Pfahlbauer sowie eine Zeitachse mit Kennzeichnung des relevanten Zeitabschnitts von ca. 4200 bis 800 v. Chr., in dem Pfahlbauten entstanden. An der nächsten Station erhält man einen Einblick in die Erforschung der Unterwasserfunde und anlässlich der Präsentation des Jägers vom Schnidejoch auch Informationen zur Konservierung der Gletscherfunde. In weiteren Räumen kann man anhand von spektakulären Exponaten viel Interessantes zu Themen wie Dorf und Häuser (am Beispiel einer Siedlung am Bielersee), Gesellschaft und Kultur oder den Bestattungsritualen aus den Zeitepochen von Neolithikum über Kupfer- und Bronzezeit bis zur Eisenzeit erfahren. Weiter lernt man ebenfalls, dass die nach heutigem Kenntnisstand etwa 30 Pfahlbauer-Völker, die in diesen rund 3'500 Jahren im Alpenraum lebten, nicht nur an den Seeufern zu Hause waren, sondern je nach klimatischen Bedingungen auch Alpenüberquerungen unternahmen.


Die Ausstellung ist schön thematisch gegliedert und spricht durch die Präsentation von zahlreichen Originalfundstücken im Zusammenspiel mit sensationellen Modellen und schönen Leuchtbildern an.

Dienstag, 24. Juni 2014

Impressionen von der Schweizer Rundfahrt

Am vergangenen Samstag war für einmal nicht ich unterwegs, dafür rund 150 Profi-Velorennfahrer. Auf der zweitletzten Etappe der diesjährigen Tour de Suisse von Delémont nach Verbier kam die Truppe auch in Biel in unmittelbarer Nähe unserer Wohnung vorbei. Nachdem sich die Werbekolonne noch im dichten "Normalverkehr" durch Biel schlängelte, wurde kurz vor der Mittagszeit dann die Strecke gesperrt. Damit war nun alles bereit für die Durchfahrt der Rennfahrer. Zunächst kam ein Fahrzeug, welches die Passage einer kleinen Spitzengruppe von sieben Athleten in einigen Minuten ankündigte. Als diese in rasanter Fahrt an uns vorbeigeschossen waren, folgten zuerst einige Materialfahrezeuge und Autos mit Prominenten wie den ehemaligen Radrennprofis Beat Breu oder Steffen Wesemann. Rund vier Minuten später folgte dann das grosse Feld, welches in rund 30 Sekunden an uns vorbeizog und nochmals eine lange Karawanne von Servicefahrzeugen, bevor der Besenwagen das Ende des Tour-Trosses markierte.

Sonntag, 15. Juni 2014

Another time in the city

Bereits im Dezember letzten Jahres hatten wir den Kurzurlaub über Auffahrt gemeinsam mit meinen Eltern geplant und gebucht. Nun war es also soweit und wir begaben uns am Mittwochnachmittag an den Flughafen Genf, um von dort mit einem Jumbolino der SWISS nach London City zu fliegen. Nach einem angenehmen Flug bei bestem Wetter erreichten wir die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs. Nachdem wir unsere Oyster Cards geladen hatten, konnten wir per DLR und Tube zum Hotel Thistle Euston fahren und dort unsere Zimmer beziehen. Zum Abschluss dieses Tages gingen wir anschliessend noch gemütlich Essen im Zizzi Ristorante The Strand.
Den Donnerstag starteten wir mit einem Breakfast im Caffè Nero bei der Euston Station. Danach spazierten wir gemütlich durch den Green Park zum Buckingham Palace, wo wir einige Zeit den Guards zuschauten. Nachdem diese sich zum Changing the Guard-Ritual aufmachten, zogen wir auch weiter durch den St. James's Park zu den touristischen Pflichtstationen Big Ben, Westminster Abbey und Houses of Parliaments. Zur Stärkung gönnten wir uns ein asiatisches Mittagessen bei Ned's Noodle Bar. Am Nachmittag ging unsere Tour weiter dem South Bank entlang, wo zahlreiche Strassenkünstler mit ihren Aktionen für Unterhaltung sorgen, dann über die Jubilee Bridge zum Trafalgar Square und weiter zum Picadilly Circus. Als nächstes Stand der Besuch der M&M's World beim Leicester Square auf dem Programm und zum Abschluss verpflegten wir uns im belgischen Stil im Restaurant Belgo Centraal.
London 2014 - Thursday

Am nächsten Morgen nahmen wir unser Frühstück bei Ed's Easy Dinner ein und fuhren dann ins Notting Hill Quartier, wo wir der Portobello Road mit ihren zahlreichen Marktständen und Läden entlang bummelten. Da nun das Wetter etwas schlechter wurde entschieden wir uns für eine Aktivität drinnen und besuchten das London Transport Museum, in dem die Geschichte des öffentlichen Verkehrs der Stadt ansprechend präsentiert wird. Nach einer Kaffee-und-Kuchen-Pause in einem Lokal im Covent Garden Market begaben wir uns Richtung Themse-Ufer, um dort einen Thames-Clipper zu besteigen und damit in zügiger Fahrt nach Greenwich zu gleiten. Beim Rückweg machten wir noch einen Zwischenstopp im Finanzdistrikt Canary Wharf zum Bestaunen der Hochhäuser, bevor wir den Tag mit einem wie immer exzellenten Nachtessen bei unserem Stamm-Inder Bangalore Brasserie beendeten.
London 2014 - Friday

Am Samstag stand eines der grossen Highlights dieses London-Besuchs auf dem Programm. Nach dem Frühstück begaben wir uns Richtung The Shard. Dank unseren im Voraus per Internet bestellten Tickets konnten wir die Schlange vermeiden und direkt zu den Automaten zum Abholen der Tickets gehen. Anschliessend ging es mit zwei Liften bis hinauf in den 69. Stock, wo sich die untere der beiden Aussichtsplattformen befindet. Nach einiger Zeit des Staunens über die sehr beeindruckende kilometerweite 360°-Aussicht stiegen wir noch über die Treppe drei weitere Etagen hinauf und erreichten so mit dem 72. Stock auf einer Höhe von rund 232m, die höchste zugängliche Etage. Darüber gibt es noch einige Stockwerke mit technischen Einrichtungen wie Klimaanlage und Antennen. Nachdem wir uns endlich sattgesehen hatten, liessen wir uns wieder nach unten befördern und starteten dann einen Spaziergang der Themse entlang bis zur Tower Bridge und überquerten diese. Auf der anderen Seite liegt eine Bushaltestelle, wo wir einen der legendären alten Routemaster-Busse aus den 1950er-Jahren für eine kleine Stadtrundfahrt bis zum Trafalgar Square besteigen konnten. Interessant zu sehen war, dass die neuen vom Mayor of London Boris Johnson beschafften Hybrid-Busse dem Design der Oldtimer sehr ähnlich sind. Vom Trafalgar Square spazierten wir anschliessend via Picadilly Circus und die sehr belebte Regent Street zur Oxford Street, um kurz ein bisschen Shopping zu machen. Danach war es schon wieder Zeit für das Nachtessen, welches wir in Camden im italienischen Restaurant Chicco's genossen.
London 2014 - Saturday

Nun kam bereits unser letzter Tag, so dass wir alles zusammenpackten und aus dem Hotel auscheckten. Für das Frühstück fuhren wir mit der Tube bis zur Station Kew Gardens und setzten uns dort beim Station Pub Tap on the Line auf die Terrasse. Für die folgenden Stunden besuchten wir dann den herrlichen königlichen botanischen Garten Kew Gardens. Nach diesem erholsamen Tag war es am späteren Nachmittag Zeit für eine Verschiebung an den Flughafen Heathrow, von wo wir mit der SWISS nach Genf zurückflogen, womit ein weiterer schöner Besuch in der britischen Hauptstadt sein Ende fand.
London 2014 - Sunday

Sonntag, 25. Mai 2014

Gemütliches Weekend auf der Alp

Für das vergangene Wochenende hatten wir uns bereits seit einiger Zeit eine Terminreservation mit dem Titel "Wochenende auf der Alp" in der Agenda eingeschrieben. Abgemacht wurde er anlässlich des letzten Nachtessens einer Gruppe von Freunden aus Sekundarschulzeiten, welches im Februar bei uns stattfand. Während die restlichen Teilnehmer des Ausfluges bereits am Freitag abend anreisten, klingelte der Wecker bei Sabine und mir am Samstag morgen relativ früh. Nachdem wir aufstanden und uns bereit machten, radelten wir mit dem Velo an den Bahnhof, um von dort mit dem Zug via Olten, Luzern und Flüelen nach Altdorf und per Bus weiter nach Attinghausen zur Seilbahnstation zu fahren. Die letzte Wegstrecke legten wir nun noch mit der Luftseilbahn zurück und erreichten nach fast vier Stunden Reisezeit unser Ziel. Zu unserer Freude konnten wir sogleich auf der Terrasse an der Sonne Platz nehmen und einen wunderbaren und reichhaltigen Brunch geniessen. Später hiess es dann Wanderkleider und -schuhe anziehen und wir machten uns alle gemeinsam auf den Weg hinauf auf das etwas höher als 1500m ü. M. gelegene Brüsti. Bereits kurz nach Beginn der Wanderung konnten wir eine Gruppe von Hirschen (oder sonst einer wilden Spezies) beobachten und hatten danach auch einen sensationellen Blick hinunter ins Tal und auf den Urnersee genannten Arm des Vierwaldstättersees. Oben angekommen konnten wir feststellen, dass der Schnee noch nicht überall weggeschmolzen ist und einige Teilnehmer widmeten sich der Schlacht mit dem weissen Element. Nach ein paar Minuten Pause trennte sich die Gruppe auf. Während ein Teil per Seilbahn zurück nach unten fuhr, wanderten wir auf einem anderen Weg mit teilweise recht steilen Partien via Rämeli wieder zur Hütte hinunter. Den Rest des Nachmittages bis zur abendlichen Grillade verbrachten wir mit Apèro, gemütlichen Gesprächen und dem Würfelspiel Zehntausend. Den Sonntag starteten wir erneut mit einem ausgedehnten Brunch bei schönstem Sonnenschein auf der Terasse. Weiter stand an diesem Tag bei tollem Wetter vor allem Erholen vom alltäglichen Stress mittels lockeren Gesprächen, Jassen und Würfeln auf dem Programm. Am späteren Nachmittag hiess es dann leider auch schon wieder zusammenpacken und den Weg nach Hause unter die Räder zu nehmen. Auf jeden Fall blicken wir auf ein angenehmes Weekend mit sympathischen Leuten zurück und freuen uns schon auf eine Neuauflage.
Weekend auf der Alp