Samstag, 18. März 2017

Idylle im Sandsteingebirge

Am vergangenen Sonntag entschieden wir uns eine erste Wanderung aus dem Buch Bierwandern Schweiz von Monika Saxer in Angriff zu nehmen. Nach kurzem Blättern fiel unsere Wahl auf die Tour Bucheggberg, da diese nicht allzu weit von uns entfernt startet. Die Anreise erfolgte mit dem Zug nach Solothurn und von dort mit dem Postauto weiter nach Lohn-Lüterkofen. Ab hier nahmen wir zuerst den Weg entlang dem Biberenbach nach Lüterkofen und dann über die Höchi mit wunderschöner Aussicht Richtung Alpen nach Küttigkofen unter die Füsse. Unterwegs konnten wir an den Pflanzen schon zahlreiche Knospen als Boten des Frühlingsbeginns feststellen. Weiter folgten wir dem Mülibach auf dem Pfad der 3. Solothurner Waldwanderung durch das romantische Mülital. Dabei kamen wir an verschiedenen interessanten und auf Informationstafeln beschriebenen Punkten wie einer Sandsteinhöhle, einem Quellaufstoss und einem alten Mühlenstein vorbei. Später marschierten wir durch idyllischen Mischwald und hatten von einer Bank aus einen faszinierenden Ausblick auf die Jurakette mit Weissenstein, Grenchenberg und Chasseral. Nach dem Durchschreiten des Weilers Wölftürli führte uns der Weg nochmals etwas durch den Wald und dann leicht hinunter zu unserem Zielort Aetigkofen, wo wir uns im Restaurant zum Bären ein wohlverdientes Buechibärger Helles von der lokalen Brauerei Buechibärger Bier gönnten. Anschliessend erfolgte die Heimreise mittels Postauto nach Lohn-Lüterkofen, weiter mit dem RBS-Zug nach Solothurn und dem ICN nach Biel. So fand bereits unser zweiter schöner Wandertag des Jahres seinen Abschluss und lässt Vorfreude auf weitere Abenteuer zu Fuss aufkommen.
Wanderung: Lohn-Lüterkofen - Aetigkofen

Dienstag, 28. Februar 2017

Über die Ebene in die Stadt

Nachdem in der vergangenen Woche mit Temperaturen bis zu 15°C der Frühling bereits erste Boten aussandte, entschlossen wir uns am letzten Freitag unsere Wandersaison 2017 zu eröffnen. Wir packten also unseren Rucksack und reisten mit Zug und Bus nach Chézard, wo wir vor beinahe einem Jahr unsere bisher letzte Etappe auf dem Trans Swiss Trail beendeten. Zuerst führte uns der Weg auf einer langen, geraden Strecke über die Ebene des Hochtals Val de Ruz. Nach rund einer Stunde Marschzeit legten wir unseren Mittagshalt ein und verspeisten ein Pasta-Menü aus dem Beutel. Nach dieser willkommenen Stärkung machten wir uns wieder auf und durchquerten einige schöne Dörfer bis wir den Wald an der Nordflanke des Chaumont erreichten. Nach einem leichten Anstieg bis Les Trois Bornes folgte anschliessend der Abstieg bis in die Stadt Neuchâtel, wo wir beim Bahnhof das Ende des heutigen Teilstückes erreichten. Damit fand ein erster leichter Wandertag in diesem Jahr seinen Abschluss und wir fuhren mit dem Zug zurück nach Hause.

Wanderung: Chézard - Neuchâtel

Sonntag, 26. Februar 2017

Kurztrip nach Berlin

Mitte Februar stand bei mir ein Wochenendausflug mit Freunden nach Berlin auf dem Programm. Nach der Anreise am Freitagnachmittag mit easyjet von Basel nach Berlin Schönefeld reisten wir mit dem Taxi zum Hotel NH Berlin Alexanderplatz und erledigten den Check-in. Nach dem asiatischen Nachtessen in der Wohnung eines Kollegen, begaben wir uns zur Mercedes-Benz-Arena und verfolgten dort das DEL-Spiel zwischen den Eisbären Berlin und den Fischtown Pinguins Bremerhaven. Das Niveau des Spiels war schwächer einzustufen als wir es von der heimischen NLA gewohnt sind. Am Ende resultierte ein 4-1-Heimsieg für die Eisbären gegen den Liganeuling aus Bremerhaven. Für uns endete der Abend anschliessend im Berliner Nachtleben.


Den Samstag starteten wir mit einem leckeren und ausgedehnten Brunch im Kurhaus Korsakow. Danach reisten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Olympiastadion, wo wir unsere Tickets für das Spiel zwischen Hertha BSC und dem FC Bayern München abholen und danach unsere Plätze einnehmen konnten. Bei recht kühlen Temperaturen wurden wir Zeugen eines spannenden Spiels, bei dem die Hertha nach dem Führungstreffer in der 21. Minute lange Zeit wie der Sieger aussah. Kurz vor Abpfiff gelang jedoch den Bayern noch der Ausgleichstreffer und der Match endete mit einem 1-1-Unentschieden. Für einen Teil unserer Reisegruppe ging es nun noch in die Max-Schmeling-Halle zum Spiel der 1. Floorball Bundesliga zwischen BAT Berlin und dem TV Schriesheim, welches das Hauptstadtteam mit 8-5 für sich entscheiden konnte. Im Anschluss konnten wir im Restaurant Umspannwerk Ost ein sehr leckeres Abendessen geniessen, bevor wir später die Schöne Party besuchten.



Am Sonntag klingelte der Wecker dann bereits sehr früh. Nachdem alle Mitglieder der Reisegruppe pünktlich in der Hotellobby aufgetaucht waren, konnten wir per Taxi zum Flughafen Schönefeld fahren und von dort mit einem gut gefüllten Flugzeug von easyjet die Heimreise nach Basel antreten. Damit fand ein kurzer, aber intensiver Weekend-Trip seinen Abschluss.

Freitag, 27. Januar 2017

Pfannkuchen mit Rindfleisch und Tomatensalsa

Am vergangenen Wochenende wagte ich mich in der Küche nach längerer Zeit wieder einmal an ein etwas spezielleres Gericht. Die Wahl fiel auf kolumbianische Pfannkuchen aus Maismehl, die mit Rindfleisch und Tomatensalsa belegt wurden. Für die etwas aufwändigere Zubereitung muss inklusive Marinieren des Fleisches und Vorbereiten des Teiges mit einem Zeitbedarf von rund zwei Stunden gerechnet werden. Das Resultat schmeckte allerdings herovrragend und so hat sich der Aufwand absolut gelohnt.

Arepas mit Rindfleisch und Tomatensalsa


Zutaten (für 2 Personen)

Rindfleisch
200g Rindsgeschnetzeltes
1 Knoblauchzehe
1 Zwiebel
1/4 TL Kreuzkümmel
1/2 dl Bier
1/4 TL Salz
1/4 TL Pfeffer
2 EL Olivenöl

Arepas
200g Maismehl
1 TL Salz
2 EL Butter
2 dl warmes Wasser
3 dl Olivenöl

Tomatensalsa
2 EL Olivenöl1 Zwiebel
1 rote Chilischote
4 Tomaten
1 Knoblauchzehe
einige Korianderblättchen
1/4 TL Salz
1/4 TL Pfeffer
Saft von 1/2 Limette
100g Manchego
  1. Knoblauchzehe pressen, Zwiebel fein hacken, Kreuzkümmel im Mörser zerkleinern und alles mit Bier, Salz und Pfeffer zu einer Marinade mischen. Geschnetzeltes darin mindestens eine Stunde ziehen lassen. Maismehl in eine Schüssel sieben, Salz, geschmolzene Butter und Wasser zugeben. Daraus einen Teig mischen und rund 30 Minuten ruhen lassen.
  2. Tomaten häuten, entkernen, Stile entfernen und in Würfel schneiden. Zwiebel fein hacken, Chili entkernen und ebenfalls fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel darin anschwitzen, nacheinander Chili, Tomaten, gepresste Knoblauchzehe und gehackte Korianderblättchen zugeben und die Sauce bei kleiner Hitze etwa eine Stunde einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und dem Limettensaft abschmecken.
  3. Aus dem Maisteig vier Kugeln formen, zu etwa 1 cm dicken Scheiben flach drücken und im heissen Öl pro Seite rund fünf Minuten ausbacken. In einer anderen Pfanne Öl erhitzen und das marinierte Rindfleisch darin scharf anbraten.
  4. Die Arepas auf zwei Teller geben. Fleisch, Tomatensauce und geriebener Manchego-Käse darauf verteilen und geniessen. 

Dienstag, 8. November 2016

Herbstliche Wanderung auf den Jurahöhen

Nach der herrlichen Wanderung in Südschweden während den Sommerferien war im Herbst wieder Wandern in der Schweiz angesagt. Zu Beginn des Oktobers fuhren wir mit dem Zug nach Le Pont an den Lac de Joux, um dort den Jurahöhenweg fortzusetzen, wo wir vor über vier Jahren unsere letzte Etappe beendeten. Bei Nebel und Wind marschierten wir los und erreichten bald den Rand des Dorfes. Ab hier begann der Aufstieg auf die Jurakette. Bei immer sonnigerem Wetter erklommen wir über schöne Juraweiden Höhenmeter um Höhenmeter. Nach dem Mittagessen passierten wir auf dem Mont Tendre den mit 1679 m. ü. M. höchsten Punkt im ganzen schweizerischen Teil des Juras. Bei recht zügigem Wind konnten wir eine beeindruckende Aussicht auf die Alpen und das Mont-Blanc-Massiv geniessen. Weiter führte uns der Weg entlang von Trockensteinmauern, über Weiden und durch Waldabschnitte bis zum Hotel du Marchairuz. Nach dem Bezug unseres Zimmers gönnten wir uns etwas Erholung in der Sauna und später ein feines Nachtessen inklusive Bier von Docteur Gab's.
Wanderung: Le Pont - Col du Marchairuz

Am Morgen des nächsten Tages starteten wir unseren Marsch erneut bei nebligen Wetterverhältnissen und kühlen Temperaturen. Im Verlaufe des Vormittages erreichten wir den Gipfel des Crêt de la Neuve und wurden von Sonnenschein und blauem Himmel überrascht. Auf dem nächsten Abschnitt konnten wir durch die wunderbare Landschaft des Parc Jura vaudois schreiten. Leider zog später der Nebel erneut auf, was auch wieder zu kühleren Temperaturen führte. Nachdem wir am Nachmittag einige Meter abgestiegen waren, erreichten wir die eindrucksvollen Ruinen der ehemaligen Kartause Chartreuse Notre-Dame d'Oujon. Über einen mehrheitlich flachen Weg erreichten wir etwas später unseren heutigen Zielort Saint-Cergue, wo wir im Hotel de la Poste ein Zimmer bezogen. Vor dem Schlafengehen stärkten wir uns mit einem leckeren Mahl beim Rando Burger, einem coolen Diner im amerikanischen Stil. Das Bier des Abends stammte dieses Mal von der Brasserie de la Côte.
Wanderung: Col du Marchairuz - Saint-Cergue
Am dritten und letzten Wandertag nahmen wir den Aufstieg zum Gipfel La Dôle mit seiner von Weitem sichtbaren technischen Installation in Angriff. Bei wiederum nebligen und nun sogar kalten Bedingungen arbeiteten wir uns Meter um Meter in die Höhe. Etwas unterhalb des Grates bei der Cabane des Ski-Clubs von Nyon machten wir einen Kaffeehalt und überlegten uns, ob es bei diesen Wind- und Wetterverhältnissen überhaupt möglich sei den Gipfel zu bezwingen. Wir entschieden uns einen Versuch zu wagen und wurden schon bald darauf mit Sonnenschein und etwas Aussicht belohnt, so dass wir den zweithöchsten Punkt im Schweizer Jura gefahrlos erreichen konnten. Nachdem wir wieder einige Meter runtergewandert waren richteten wir uns für unseren Mittagshalt ein. Während dem Kochen erhielten wir plötzlich Besuch von einer rund 25 Tieren umfassenden Herde von Gämsen, die sich nur wenige Meter von uns entfernt ebenfalls zum Mittagessen einfanden. Das war ein sehr beeindruckendes Naturschauspiel! Guten Mutes nahmen wir danach den weiteren Weg unter die Füsse. Durch Wald ging es immer weiter runter bis zum Fuss der Jurakette und ab da über eine Ebene bis zum Städtchen Nyon am Lac Léman. Müde, aber glücklich und zufrieden über den Abschluss der Nationalen Wanderroute mit der Kennzeichnung Nr. 5 bestiegen wir am Bahnhof den Zug und fuhren zurück nach Hause.
Wanderung: Saint-Cergue - Nyon

Sonntag, 30. Oktober 2016

Auf einsamen Pfaden durch Södermanland - Teil 3

Am Samstag trennten sich unsere Wege wieder. Während Sabine mit der Vespa die Heimreise Richtung Süden unter die Räder nahm, deckte ich mich nochmals mit ein paar Lebensmitteln ein und fuhr mit dem Zug ebenfalls südwärts bis Nynäsgård. Nach dem Aussteigen marschierte ich zuerst ein Stück durch besiedeltes Gebiet, bis ich bald wieder den markierten Sörmlandsleden erreichte. Bei tollem Wanderwetter bewegte ich mich nun durch Wälder, über Felder und teilweise entlang von Strassen. Einmal gab es einen Abstecher zu der auf der Karte eingezeichneten "Grotta", die schlussendlich jedoch nicht viel mehr als eine kleine Lücke zwischen zwei Felsen war. Gegen Abend erreichte ich den See Muskan, wanderte noch ein schönes Stück dem Ufer entlang und kam rechtzeitig vor dem Eindunkeln bei der Schutzhütte an. Bereits in der Nacht fielen einige Regentropfen und am morgen herrschte immer noch feuchtes Wetter. Nach Wasserfiltern, Frühstück und packen ging es wieder los für die nächste Etappe. Bei der Mittagspause an einem weiteren See musste ich abrupt von einer Bank am Ufer unter einen Baum zügeln, um vor dem nun einsetzenden Regen geschützt zu sein. Am Nachmittag führte mich der Weg vorwiegend durch Wald und über felsigen Untergrund bis zum Windschutz am Transjön. Hier hatten sich bereits drei junge Studenten aus Frankreich eingerichtet. Freundlicherweise bekam ich auch einen Viertel der Hütte, um die Nacht im Trockenen zu verbringen. Am Montagmorgen schaute das Wetter glücklicherweise wieder viel freundlicher aus und man konnte mit einem trockenen Tag rechnen. Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich von den Franzosen und unsere Wege führten jeweils in die entgegengesetzte Richtung. Die nächsten Kilometer führten mich durch eine wunderschöne Birken-Schilf-Landschaft. Am Nachmittag erreichte ich den Tornberget, seines Zeichens mit 111 m. ü. M. der höchste Punkt der Region. Ab hier ging es wieder leicht runter und etwas später erreichte ich den Pfad, den ich vor einigen Tagen bereits begangen hatte. Diesem weiter folgend kam ich zu der schon einmal genutzten Hütte am See Trehörningen. Dieses Mal herrschte sonniges Wetter und ich konnte eine bezaubernde Abendstimmung mit rot gefärbtem Himmel und der Geräuschekulisse der Vogelwelt geniessen. Am kommenden Morgen startete ich relativ früh, da mich eine lange Etappe erwartete. Am Vormittag absolvierte ich den gleichen Weg, den ich bei Regen schon mit Sabine gegangen war bis nach Handen. Ab dort marschierte ich zuerst durch Wohngebiet, später dann wieder über Felsen und durch Wälder. Am späteren Nachmittag erreichte ich den Eingang zum Tyresta Nationalpark und konnte die nächsten Kilometer bis zur Schutzhütte durch beeindruckende, unberührte Natur wandern. Nach Ankunft bei der Hütte, die bereits besetzt war, stellte ich mein Zelt an einem noch freien Platz innerhalb der erlaubten Campingzone auf und verräumte mich nach diesem langen Wandertag schon recht bald in meinen Schlafsack. Den nächsten Tag, unterdessen war Mittwoch, begann ich erneut mit Schritten durch die herrliche Landschaft des Nationalparks. Nachdem ich die Parkgrenze hinter mir liess, an einem See mein Mittagessen eingenommen hatte und noch etwas weiter marschierte, gelangte ich zur Freizeitanlage Alby. Ab hier ging es teilweise über Feldwege und auch bereits vermehrt durch Siedlungsgebiet. Gegen Abend erreichte ich den See Sandasjön und schlug dort mein Zelt für die letzte Nacht draussen auf. Am Donnerstagmorgen startete ich nun also auf meine letzten Kilometer auf dem Sörmlandsleden. Hier merkte man bereits deutlich die Nähe zur Stadt. Nachdem es zuerst noch etwas durch Wald ging, führte der Weg bald entlang eines Golfplatzes und ich begegnete auch viel mehr Leuten als in den vergangenen Tagen draussen in der Wildnis. Am frühen Nachmittag erreichte ich die U-Bahn-Station Björkhagen, wo mein Sörmlandsleden-Trip endete. Ab hier fuhr ich ins Stadtzentrum und verbrachte einige Zeit mit der Suche nach einer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte, bis ich im Hotel Gamla Stan ein Zimmer fand. Den Abend liess ich anschliessend mit dem Verspeisen von Köttbullar im Café Kronen ausklingen. Der Freitag stand dann ganz im Zeichen von Sightseeing bei sonnigem Wetter. Zuerst liess ich mich auf der Bootstour "Under the Bridges of Stockholm" während rund zwei Stunden zwischen den Inseln hindurch chauffieren und erhielt so eine etwas andere Sicht der Stadt vom Wasser aus. Am Nachmittag entschied ich mich für den Besuch des Vasa Museums, wo ich einen eindrücklichen Einblick in die Geschichte des legendären Schiffes und die Zeit seiner Entstehung erhielt. Am nächsten Morgen hiess es bereits recht früh aufstehen, mit der U-Bahn und dem Flygbussarna zum Flughafen Arlanda zu fahren und von dort zurück nach Genève zu fliegen. Damit kamen diese tollen und erlebnisreichen Sommerferien nach mehr als 400 Kilometern zu Fuss zu einem Ende und die Vorfreude auf weitere Wandererlebnisse ist bereits riesig.
Sörmlandsleden 2016 - Teil 3

Sonntag, 23. Oktober 2016

Auf einsamen Pfaden durch Södermanland - Teil 2

Nach einer gemütlichen Nacht stand ich am Donnerstagmorgen langsam auf, nutzte die Gelegenheit zum Waschen der Kleider und gönnte mir ein Frühstück mit Blick aufs Meer. Nach einem kurzen Regen-Intermezzo mietete ich mir ein Fahrrad und pedalte nach Trosa, wo ich den Nachmittag gemütlich mit einem Bummel durchs Städtchen verbrachte. Gegen Abend kam endlich der langersehnte Anruf von Sabine, dass sie nach ihrer Odyssee von England her mit der Vespa bald in Südschweden eintreffen werde. Kurz darauf war es soweit und wir konnten das Zusammentreffen mit einem feinen Essen in Antons Krog feiern. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, packten wir unser ganzes Material zusammen und machten uns auf den Weg. Nachdem Sabine die Vespa freundlicherweise bei einem Hotel abstellen konnte und wir uns mit einem leckeren Mittagessen im Restaurant Ågården gestärkt hatten, nahmen wir die nächsten Kilometer gemeinsam unter die Füsse. Der Sörmlandsleden führte uns über Strassen, Feld- und Waldwege und über Fels bis zum Windschutz Sandvik. Auch am kommenden Tag marschierten wir durch Wald und entlang des Meeres bis wir Tullgarns Slott erreichten und dort im Wirtshaus das ausgezeichnete Mittagsbüffet genossen, sowie das Leitungswasser zum Auffüllen unserer Wasserreserven nutzten. Am Nachmittag wanderten wir weiter bis wir über eine Brücke die Insel Mörkö erreichten. Da hier sehr viele Privatgrundstücke sind, fanden wir auf Anhieb keinen schönen Platz zum Übernachten. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Einheimischen nahm uns dieser mit seinem Volvo ein paar Kilometer mit und zeigte uns einen tollen Platz für unsere Nachtruhe. Nachdem wir unser Lager eingerichtet und das Nachtessen verspeist hatten, versuchten wir trotz der Mückenplage und Geräuschen von Wildtieren in der Nähe ein wenig zu schlafen - was glücklicherweise irgendwann dann auch gelang. Am nächsten Morgen - unterdessen war Sonntag - nahmen wir unser Frühstück ein, packten zusammen und marschierten los. Bald schon fielen die ersten Regentropfen, so dass wir uns entschieden noch ein paar Minuten unter den Bäumen zu warten. Als der Regen ein wenig nachliess, gingen wir weiter entlang von Feldwegen und Strassen, vorbei an der Mörkö Kyrka bis wir bald wieder den markierten Sörmlandsleden erreichten. Das Wetter wurde im Verlaufe des Nachmittags immer besser und der Pfad führte uns durch schönen Wald mit teilweise felsigem Untergrund, aber zeitweise auch über offene Felder. Diesen Tag beendeten wir beim Campingplatz Skansholmen, wo wir uns ein kleines Häuschen mieteten und den Abend in Gesellschaft von Wildgänsen bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen liessen. Am folgenden Tag nahmen wir als Erstes die Fähre hinüber aufs Festland und marschierten ab dort erneut durch faszinierende Wälder und über Kuhweiden entlang des Meeres. Gegen Abend erreichten wir die Windschutzhütte am Stora Träsket, wo bereits zwei junge Damen aus Deutschland ihr Lager aufgeschlagen hatten. Trotzdem konnten wir uns in der Hütte und daneben mit unserem Zelt ebenfalls an diesem Platz niederlassen. Der kommende Tag brachte uns wiederum tolle Wanderbedingungen in einer wunderbaren Natur und führte uns zum Erholungsgebiet Lida. In der Freizeitanlage gab es neben Seilpark, Minigolfbahn, Wasserskischanze und tollem Strand auch eine unglaubliche Anzahl an frei herumhoppelnden Hasen und wir konnten dort aus mehreren Hütten eine für uns passende auswählen. So dass wir die Nacht rundum geschützt in einer Art Holzpyramide verbringen konnten - trotzdem hatten wir Besuch von einer Maus, die von unseren Vorräten etwas abbekommen wollte. Am folgenden Morgen frühstückten wir im Restaurant der Freizeiteinrichtung und machten uns anschliessend auf den Weg. Auch an diesem Tag vor allem durch Wald und über Felder. Unser Mittagessen verspeisten wir bei einem Windschutz in Gesellschaft von Salomon, einem jungen Mann aus Israel auf Entdeckungsreise durch Nordeuropa. Am Nachmittag wanderten wir unter regnerischen Bedingungen weiter bis wir den schönen See Trehörningen erreichten und uns dort in der Windschutzhütte einrichten konnten. Da der Regen glücklicherweise bald aufhörte, konnten wir uns sogar noch ein erfrischendes Bad gönnen, die Kleider trocknen lassen und den Abend geniessen. Nach dem Frühstück am Donnerstag morgen nahmen wir die nächsten Kilometer bei feuchtem Wetter in Angriff. Leider wurde dieses immer schlechter, so dass wir zwischendurch unter Bäumen und später unter einem Dach beim Kinderspielplatz der Siedlung Riddartorp eine Pause im Trockenen einlegten. Dabei fällten wir auch den Entscheid noch bis Handen zu wandern und von dort per Zug ins Zentrum von Stockholm zu fahren. Nach Ankunft in Stockholm fuhr Sabine mit dem Bus zurück nach Trosa, um dort die Vespa wieder abzuholen, während ich mich um den Bezug unserer Airbnb-Unterkunft kümmerte. Den folgenden Tag begannen wir mit dem Waschen unserer Kleider in einer Laundry und einem kleinen Shoppingbummel durch skandinavische Möbelläden, die nicht alle blau-gelb sind ;-). Anschliessend besuchten wir das coole Fotographiemuseum Fotografiska und bestaunten dort während mehrerer Stunden die beeindruckenden Bilder der verschiedenen Ausstellungen, bevor wir noch ein wenig durch die Altstadt spazierten. Schlussendlich legten wir auch an diesem "Ruhetag" rund 14 Kilometer zurück.
Sörmlandsleden 2016 - Teil 2