Freitag, 30. Juni 2017

Unterwegs mit dem Schiff und zu Fuss

Den arbeitsfreien Pfingstmontag nutzten wir für eine weitere Etappe auf der nationalen Wanderroute Nr. 2 Trans Swiss Trail. Da wir zu Beginn der diesjährigen Wandersaison im Februar Neuchâtel erreichten, war dies heute unser Startort. Nach der Anreise mit dem Zug fuhren wir per Bus runter an den See und gingen dort an Bord des MS La Beroche, um den See bis Cudrefin zu überqueren. Die ersten Kilometer zu Fuss führten uns am Seeufer entlang durch das Chablais de Cudrefin, das zum wunderschönen Naturschutzgebiet Grand Cariçaie gehört. Bei La Sauge machten wir einen kurzen Kaffeehalt im Restaurant und begannen wenig später nach einer Passage dem Broyekanal entlang den steilen Aufstieg vorbei an militärischen Befestigungsanlagen aus den beiden Weltkriegen auf den Mont Vully. Auf dem Picknickplatz unterhalb des Zangentores des keltischen Oppidums verspeisten wir unser Mittagessen. Anschliessend wanderten wir weiter über den Rücken des Vully und auf der anderen Seite durch die Reben wieder runter nach Sugiez, wo wir uns im Hôtel de l'Ours ein feines Glas Vully-Wein gönnten. Der Rest der Etappe führte uns bei idealen Wanderbedingungen entlang des Murtensees durch den grossartigen Chablaiswald bis an unseren heutigen Zielort Murten, von wo wir mit dem Zug wieder nach Hause fuhren.
Wanderung: Neuchâtel - Murten

Sonntag, 11. Juni 2017

Besuch in der Geisterstadt

Vor rund einem Monat stand ein aussergewöhnlicher Trip auf dem Programm. Gemeinsam mit einem Kollegen reiste ich zuerst mit dem Zug nach Genève Aéroport und von dort mit Ukraine International Airlines nach Kiev-Boryspil. Vom Flughafen fuhren wir per Bus bis zum Hauptbahnhof und unternahmen danach einen Spaziergang durch die Stadt bis zum Hotel Greguar, wo wir unsere Unterkunft reserviert hatten. Da die Zeit - auch aufgrund der Zeitverschiebung von einer Stunde - nun schon etwas vorgerückt war machten wir uns wieder auf, um ein Lokal fürs Nachtessen zu suchen. Unweit des Hotels wurden wir bereits fündig und konnten im Restaurant Rukkola ein leckeres Essen zu moderaten Preisen verspeisen. Im Anschluss liessen wir den Abend noch gemütlich mit einem Bier beim Public Viewing im Fan Village des Eurovision Song Contests ausklingen.

Der nächste Tag stand im Zeichen von Sightseeing in der ukrainischen Hauptstadt. Unser Stadtbummel führte uns über den Chreschtschatyk zum Majdan und weiter durch etwas bewaldetes Gebiet hinauf zum Denkmal der Völkerfreundschaft, von wo wir einen hervorragenden Ausblick über den Dnepr und Teile der Stadt geniessen konnten. Nächste Stationen waren der Marienpalast, der als offizielle Residenz des ukrainischen Präsidenten dient und direkt daneben das Gebäude des Parlaments. Nach dem Mittagessen besuchten wir das berühmte Kiewer Höhlenkloster, welches als eine der ältesten Stätten der russisch-orthodoxen Kirche gilt. Das Nachtessen verspeisten wir später im Bier-Club Naturlih.



Ukraine 2017: Kyiv
Am Samstag liessen wir uns per Uber zum Bahnhof fahren und suchten dort den Bus des Reiseveranstalters, bei dem wir unseren Tagesausflug gebucht hatten. Als wir diesen gefunden hatten, wurden unsere Pässe von der Reiseleitung mit der Liste von der Registrierung abgeglichen. Danach durften wir im Fahrzeug Platz nehmen. Nachdem sich alle Reiseteilnehmer eingefunden hatten, konnte die Fahrt Richtung Norden starten. Während der Fahrt erhielten wir von den kompetenten Guides viele interessante und beeindruckende Informationen über die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, die sich im Jahre 1986 ereignete. Vor der Einfahrt in die Sperrzone wurden unsere Pässe beim Checkpoint Dytiatky von einem Polizeibeamten nochmals kontrolliert. Erster Halt innerhalb der Zone war das ehemalige Dorf Zalissyia, wo wir einen Spaziergang unternahmen und einige verlassene Häuser betrachten konnten. Dabei wurden die Folgen der Katastrophe erstmals richtig sichtbar und es machte sich eine nachdenkliche Stimmung bemerkbar. Als nächstes durchquerten wir die Stadt Tschornobyl, die heute teilweise von den Mitarbeitern in der Zone wieder bewohnt ist und passierten den Checkpoint Leliv, um in die 10-km-Zone zu gelangen. Anschliessend folgte ein Abstecher zur geheimen Stadt Tschernobyl-2, welche vor 1986 von rund 2000 Personen bewohnt wurde und zum Zweck des Betriebs des Überhorizontradars DUGA-1 erbaut wurde. Das gigantische Stahlkonstrukt mit einer Höhe von 150 Metern und einer Länge von rund 700 Metern war sehr beeindruckend anzuschauen. Nächste Station war das "begrabene Dorf" Kopachi, wo beinahe alle Häuser nach der Katastrophe abgerissen und unter der Erde begraben wurden, mit seinem Kindergarten in einem der einzigen noch stehenden Häuser. Während wir uns immer mehr dem Block 4 näherten, wurde es langsam Zeit für das Mittagessen, das wir in einer Kantine aus sowjetischer Zeit einnehmen konnten. Frisch gestärkt besichtigten wir anschliessend die stillgelegten Baustellen für die Reaktorblöcke 5 und 6, sowie aus etwa 200m Distanz die neue Schutzhülle unter dem sich der havarierte Reaktorblock 4 befindet. Weiter führte uns unser Ausflug in die Geisterstadt Prypiat, aus der am 27. April 1986 rund 50'000 Menschen evakuiert wurden. Bei einem Rundgang durch die Stadt konnten wir die bekannten Orte wie den Vergnügungspark mit dem Riesenrad, das Theater oder das Fussballstadion besichtigen. In der Folge stiegen wir wieder in den Bus und mussten bei den Checkpoints jeweils einen Strahlendetektor passieren, um sicherzustellen dass keine kontaminierten Menschen oder Materialien die Zone verlassen. Auf der Rückfahrt nach Kiew wurden auch noch die Geigerzähler abgelesen. Der festgestellte Wert der Radioaktivität, der wir ausgesetzt waren betrug 0,003 mSv, was ungefähr der Dosis natürlicher Strahlung während einem Flug entspricht. Obwohl man die Radioaktivität nicht sieht oder spürt, wird man in der Zone stetig an die möglichen Folgen der Nuklearenergie erinnert. Dieser Ausflug half mir jedenfalls bei der Entscheidungsfindung für die Abstimmung über die Energiestrategie.


Ukraine 2017: Chernobyl Exclusion Zone
Am folgenden Tag mussten wir dann bereits wieder zusammenpacken, liessen uns in Rekordzeit von einem Uberfahrer an den Flughafen chauffieren und flogen planmässig zurück nach Genf.

Dienstag, 9. Mai 2017

Das südliche Ende

Am Mittwochmorgen begannen wir den zweiten Teil unseres Urlaubes, der uns zu Fuss auf dem Trans Swiss Trail Richtung Süden bringen sollte. Unsere nächste Etappe startete da, wo wir vor rund zwei Jahren die letzten Wanderungen im Tessin beendeten. Von Tesserete aus leicht und sanft ansteigend, bewegten wir uns durch schöne Waldpassagen bis wir gegen Mittag die Kirche San Bernardo erreichten. Bei einer kleinen Rast genossen wir die herrliche Aussicht auf die Stadt Lugano, den See und die umliegenden Hügel. Danach ging es immer weiter hinunter, bald schon durch Siedlungsgebiet bis wir unser Ziel - die Stadt Lugano - erreichten. Da wir nun etwas hungrig waren, entschlossen wir uns im Ristorante Federale eine Pizza zu verspeisen und bezogen danach unser Zimmer im Hotel Delfino.
Wanderung: Tesserete - Lugano
Gut ausgeruht und gestärkt von einem tollen Frühstücksbuffet machten wir uns am Donnerstag erneut auf den Weg. Und dieser hatte es in sich. Zum "Aufwärmen" stiegen wir während rund zweieinhalb Stunden immer höher - teilweise unter Beobachtung der eingepferchten Passagiere der Standseilbahn - bis wir den Gipfel des Monte San Salvatore erreichten. Zur Belohnung durften wir uns auf der Terasse des Bergrestaurants an den bestplatzierten Tisch setzen und die beeindruckende Aussicht über den Luganersee mit dem Damm von Melide und weiter über die Po-Ebene bis fast nach Milano geniessen. Nachdem wir uns gestärkt hatten, begannen wir den Abstieg auf der anderen Seite Richtung Ciona und Carona. Bald führte uns der Weg durch den schönen Parco Botanico San Grato und weiter durch Wald bis zur Alpe Vicania. Ab hier erfolgte ein sehr steiler Abstieg, grösstenteils über Treppen bis ins wunderbar malerische Morcote, wo wir über Airbnb ein Zimmer im coolen, jahrhundertealten Haus von Paolo und Yoko reserviert hatten. Das Zimmer entpuppte sich sogar als eigenes Stockwerk und der Empfang durch die Gastgeber war sehr herzlich, so dass wir uns sofort wohl fühlten und gut erholen konnten.
Wanderung: Lugano - Morcote
Am nächsten Morgen durften wir uns im Wohnzimmer unserer Gastgeber mit einem tollen Frühstück stärken und machten uns dann auf den Weg zur Schiffanlegestelle. Als das MS Lugano angelegt hatte, gingen wir an Bord, setzten uns aufs Oberdeck und mussten wenige Minuten später, nach der Überquerung des Sees, bereits wieder nach unten gehen und das Schiff beim Halt in Brusino Arsizio verlassen. Ab hier begann ähnlich wie am Vortag erneut ein anstrengender Aufstieg - dieses Mal bis zum Gipfel des Monte San Giorgio. Der Weg führte oft durch schöne Wälder, so dass wir selten einen Ausblick nach unten geniessen konnten. Um die Mittagszeit erreichten wir die Alpe di Brusino, wo wir an einem Tisch der sich noch in der Winterpause befindenden Alpwirtschaft unser Mittagessen zubereiten und verspeisen konnten. Nach dem Überschreiten des höchsten Punktes, wanderten wir auf der anderen Seite über Alpweiden wieder talwärts Richtung Meride, wo wir im gemütlichen Innenhof von La Crisalide eine wohlverdiente Pause mit Gazosa und einem lokalen Rud Bir einlegten. Der letzte Abschnitt führte uns durch Wald und Reben bis nach Mendrisio, wo wir den südlichen Endpunkt des Trans Swiss Trails erreichten und mit dem Zug und Bus zurück nach Morcote in unsere Unterkunft fahren konnten.
Wanderung: Morcote - Mendrisio
Nun folgte auch schon der letzte Ferientag im Tessin. Da wir ganz in der Nähe waren, entschieden wir uns für einen Shopping-Ausflug zu den Fox Town Factory Stores in Mendrisio. Nach dem Bummel durch die unzähligen Läden traten wir etwas erschöpft, aber glücklich über eine wunderbare Ferienwoche im Tessin die Heimreise mit dem Zug an, die uns in superschnellen vier Stunden und 15 Minuten nach Biel zurück führte.

Montag, 8. Mai 2017

Der Koch Blog Preis 2017

Mein Blog wurde bei Sparpedia.ch für den «Koch Blog Preis 2017» nominiert. Um bei dieser Wahl gut abzuschneiden, brauche ich die Unterstützung meiner Leser und bin froh um jede Stimme, die für meinen Blog abgegeben wird. Zum Abstimmen bitte auf den untenstehenden Banner klicken, auf der sich öffnenden Seite meinen Blog suchen und die Stimme abgeben. Herzlichen Dank!

Der Koch Blog Preis 2017

Sonntag, 7. Mai 2017

Ferienbeginn im Tessin

Vor rund drei Wochen begannen für uns wieder einmal Ferien. Wie oft im Frühling entschieden wir uns für einen Aufenthalt im schönen Tessin. Am Ostersamstag machten wir uns mit gepackten Rucksäcken auf den Weg. Die Anreise mit dem Zug führte uns zu einem ersten Zwischenstopp in Aarburg zum Geburtstags-Brunch bei meinem Götti und dann weiter in rasantem Tempo durch den neuen Gotthard-Basistunnel nach Bellinzona. Nach einem kleinen Apéro nahmen wir die S-Bahn nach Cadenazzo, wo wir ein Mobility-Auto bestiegen und zur Ferienwohnung in Magadino fuhren.

Am Sonntagmorgen brachte ich das Auto zurück nach Cadenazzo und joggte vor dem Frühstück zurück zur Wohnung. Später am Tag unternahmen wir einen wunderbaren Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Bolle di Magadino bis zum Flugplatz Locarno, wo wir im Restaurant einen feinen Coupe genossen und danach wieder zurück zur Unterkunft marschierten.

Unser Programm am Montag starteten wir mit dem Absolvieren eines Teils des Vita Parcours in der schönen Landschaft des Bolle. Nach dem Frühstück fuhren wir gemeinsam mit Sabines Eltern ins Valle Maggia. Beim Spaziergang am Fluss konnte ich meinen neuen Outdoor-Schuh von Columbia, der mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, testen. Der Conspiracy Titanium Outdry sitzt bequem und leicht am Fuss und überzeugt durch seine Wasserfestigkeit, welche meine Füsse trotz einigen Schritten im Wasser der Maggia trocken hielt, und einer Sohle mit guter Bodenhaftung. Als nächstes besuchten wir das Dorf Maggia und fuhren anschliessend weiter nach Ascona für ein Apéro, wo ich ein IPA der Birrificio Sottobisio verköstigte.

Am Dienstag machten wir einen Ausflug ins Valle Verzasca nach Sonogno. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch das schön gepflegte Dorf, wo wir unter anderem auch am öffentlichen Backofen vorbei kamen, setzten wir uns in ein Restaurant und genossen ein feines Tessiner Plättli. Frisch gestärkt ging es wieder durch das Tal hinunter, bis zum Bahnhof in Cadenazzo, wo wir uns von Sabines Eltern verabschiedeten und mit dem öffentlichen Verkehr via Lugano nach Tesserete fuhren. Nach dem Bezug unseres Zimmers im BnB Patrizia, beschlossen wir den Tag mit einem ausgezeichneten Essen und einem guten Glas Giornico Oro im Ristorante Storni.

Samstag, 18. März 2017

Idylle im Sandsteingebirge

Am vergangenen Sonntag entschieden wir uns eine erste Wanderung aus dem Buch Bierwandern Schweiz von Monika Saxer in Angriff zu nehmen. Nach kurzem Blättern fiel unsere Wahl auf die Tour Bucheggberg, da diese nicht allzu weit von uns entfernt startet. Die Anreise erfolgte mit dem Zug nach Solothurn und von dort mit dem Postauto weiter nach Lohn-Lüterkofen. Ab hier nahmen wir zuerst den Weg entlang dem Biberenbach nach Lüterkofen und dann über die Höchi mit wunderschöner Aussicht Richtung Alpen nach Küttigkofen unter die Füsse. Unterwegs konnten wir an den Pflanzen schon zahlreiche Knospen als Boten des Frühlingsbeginns feststellen. Weiter folgten wir dem Mülibach auf dem Pfad der 3. Solothurner Waldwanderung durch das romantische Mülital. Dabei kamen wir an verschiedenen interessanten und auf Informationstafeln beschriebenen Punkten wie einer Sandsteinhöhle, einem Quellaufstoss und einem alten Mühlenstein vorbei. Später marschierten wir durch idyllischen Mischwald und hatten von einer Bank aus einen faszinierenden Ausblick auf die Jurakette mit Weissenstein, Grenchenberg und Chasseral. Nach dem Durchschreiten des Weilers Wölftürli führte uns der Weg nochmals etwas durch den Wald und dann leicht hinunter zu unserem Zielort Aetigkofen, wo wir uns im Restaurant zum Bären ein wohlverdientes Buechibärger Helles von der lokalen Brauerei Buechibärger Bier gönnten. Anschliessend erfolgte die Heimreise mittels Postauto nach Lohn-Lüterkofen, weiter mit dem RBS-Zug nach Solothurn und dem ICN nach Biel. So fand bereits unser zweiter schöner Wandertag des Jahres seinen Abschluss und lässt Vorfreude auf weitere Abenteuer zu Fuss aufkommen.
Wanderung: Lohn-Lüterkofen - Aetigkofen

Dienstag, 28. Februar 2017

Über die Ebene in die Stadt

Nachdem in der vergangenen Woche mit Temperaturen bis zu 15°C der Frühling bereits erste Boten aussandte, entschlossen wir uns am letzten Freitag unsere Wandersaison 2017 zu eröffnen. Wir packten also unseren Rucksack und reisten mit Zug und Bus nach Chézard, wo wir vor beinahe einem Jahr unsere bisher letzte Etappe auf dem Trans Swiss Trail beendeten. Zuerst führte uns der Weg auf einer langen, geraden Strecke über die Ebene des Hochtals Val de Ruz. Nach rund einer Stunde Marschzeit legten wir unseren Mittagshalt ein und verspeisten ein Pasta-Menü aus dem Beutel. Nach dieser willkommenen Stärkung machten wir uns wieder auf und durchquerten einige schöne Dörfer bis wir den Wald an der Nordflanke des Chaumont erreichten. Nach einem leichten Anstieg bis Les Trois Bornes folgte anschliessend der Abstieg bis in die Stadt Neuchâtel, wo wir beim Bahnhof das Ende des heutigen Teilstückes erreichten. Damit fand ein erster leichter Wandertag in diesem Jahr seinen Abschluss und wir fuhren mit dem Zug zurück nach Hause.

Wanderung: Chézard - Neuchâtel