Dienstag, 8. November 2016

Herbstliche Wanderung auf den Jurahöhen

Nach der herrlichen Wanderung in Südschweden während den Sommerferien war im Herbst wieder Wandern in der Schweiz angesagt. Zu Beginn des Oktobers fuhren wir mit dem Zug nach Le Pont an den Lac de Joux, um dort den Jurahöhenweg fortzusetzen, wo wir vor über vier Jahren unsere letzte Etappe beendeten. Bei Nebel und Wind marschierten wir los und erreichten bald den Rand des Dorfes. Ab hier begann der Aufstieg auf die Jurakette. Bei immer sonnigerem Wetter erklommen wir über schöne Juraweiden Höhenmeter um Höhenmeter. Nach dem Mittagessen passierten wir auf dem Mont Tendre den mit 1679 m. ü. M. höchsten Punkt im ganzen schweizerischen Teil des Juras. Bei recht zügigem Wind konnten wir eine beeindruckende Aussicht auf die Alpen und das Mont-Blanc-Massiv geniessen. Weiter führte uns der Weg entlang von Trockensteinmauern, über Weiden und durch Waldabschnitte bis zum Hotel du Marchairuz. Nach dem Bezug unseres Zimmers gönnten wir uns etwas Erholung in der Sauna und später ein feines Nachtessen inklusive Bier von Docteur Gab's.
Wanderung: Le Pont - Col du Marchairuz

Am Morgen des nächsten Tages starteten wir unseren Marsch erneut bei nebligen Wetterverhältnissen und kühlen Temperaturen. Im Verlaufe des Vormittages erreichten wir den Gipfel des Crêt de la Neuve und wurden von Sonnenschein und blauem Himmel überrascht. Auf dem nächsten Abschnitt konnten wir durch die wunderbare Landschaft des Parc Jura vaudois schreiten. Leider zog später der Nebel erneut auf, was auch wieder zu kühleren Temperaturen führte. Nachdem wir am Nachmittag einige Meter abgestiegen waren, erreichten wir die eindrucksvollen Ruinen der ehemaligen Kartause Chartreuse Notre-Dame d'Oujon. Über einen mehrheitlich flachen Weg erreichten wir etwas später unseren heutigen Zielort Saint-Cergue, wo wir im Hotel de la Poste ein Zimmer bezogen. Vor dem Schlafengehen stärkten wir uns mit einem leckeren Mahl beim Rando Burger, einem coolen Diner im amerikanischen Stil. Das Bier des Abends stammte dieses Mal von der Brasserie de la Côte.
Wanderung: Col du Marchairuz - Saint-Cergue
Am dritten und letzten Wandertag nahmen wir den Aufstieg zum Gipfel La Dôle mit seiner von Weitem sichtbaren technischen Installation in Angriff. Bei wiederum nebligen und nun sogar kalten Bedingungen arbeiteten wir uns Meter um Meter in die Höhe. Etwas unterhalb des Grates bei der Cabane des Ski-Clubs von Nyon machten wir einen Kaffeehalt und überlegten uns, ob es bei diesen Wind- und Wetterverhältnissen überhaupt möglich sei den Gipfel zu bezwingen. Wir entschieden uns einen Versuch zu wagen und wurden schon bald darauf mit Sonnenschein und etwas Aussicht belohnt, so dass wir den zweithöchsten Punkt im Schweizer Jura gefahrlos erreichen konnten. Nachdem wir wieder einige Meter runtergewandert waren richteten wir uns für unseren Mittagshalt ein. Während dem Kochen erhielten wir plötzlich Besuch von einer rund 25 Tieren umfassenden Herde von Gämsen, die sich nur wenige Meter von uns entfernt ebenfalls zum Mittagessen einfanden. Das war ein sehr beeindruckendes Naturschauspiel! Guten Mutes nahmen wir danach den weiteren Weg unter die Füsse. Durch Wald ging es immer weiter runter bis zum Fuss der Jurakette und ab da über eine Ebene bis zum Städtchen Nyon am Lac Léman. Müde, aber glücklich und zufrieden über den Abschluss der Nationalen Wanderroute mit der Kennzeichnung Nr. 5 bestiegen wir am Bahnhof den Zug und fuhren zurück nach Hause.
Wanderung: Saint-Cergue - Nyon

Sonntag, 30. Oktober 2016

Auf einsamen Pfaden durch Södermanland - Teil 3

Am Samstag trennten sich unsere Wege wieder. Während Sabine mit der Vespa die Heimreise Richtung Süden unter die Räder nahm, deckte ich mich nochmals mit ein paar Lebensmitteln ein und fuhr mit dem Zug ebenfalls südwärts bis Nynäsgård. Nach dem Aussteigen marschierte ich zuerst ein Stück durch besiedeltes Gebiet, bis ich bald wieder den markierten Sörmlandsleden erreichte. Bei tollem Wanderwetter bewegte ich mich nun durch Wälder, über Felder und teilweise entlang von Strassen. Einmal gab es einen Abstecher zu der auf der Karte eingezeichneten "Grotta", die schlussendlich jedoch nicht viel mehr als eine kleine Lücke zwischen zwei Felsen war. Gegen Abend erreichte ich den See Muskan, wanderte noch ein schönes Stück dem Ufer entlang und kam rechtzeitig vor dem Eindunkeln bei der Schutzhütte an. Bereits in der Nacht fielen einige Regentropfen und am morgen herrschte immer noch feuchtes Wetter. Nach Wasserfiltern, Frühstück und packen ging es wieder los für die nächste Etappe. Bei der Mittagspause an einem weiteren See musste ich abrupt von einer Bank am Ufer unter einen Baum zügeln, um vor dem nun einsetzenden Regen geschützt zu sein. Am Nachmittag führte mich der Weg vorwiegend durch Wald und über felsigen Untergrund bis zum Windschutz am Transjön. Hier hatten sich bereits drei junge Studenten aus Frankreich eingerichtet. Freundlicherweise bekam ich auch einen Viertel der Hütte, um die Nacht im Trockenen zu verbringen. Am Montagmorgen schaute das Wetter glücklicherweise wieder viel freundlicher aus und man konnte mit einem trockenen Tag rechnen. Nach dem Frühstück verabschiedete ich mich von den Franzosen und unsere Wege führten jeweils in die entgegengesetzte Richtung. Die nächsten Kilometer führten mich durch eine wunderschöne Birken-Schilf-Landschaft. Am Nachmittag erreichte ich den Tornberget, seines Zeichens mit 111 m. ü. M. der höchste Punkt der Region. Ab hier ging es wieder leicht runter und etwas später erreichte ich den Pfad, den ich vor einigen Tagen bereits begangen hatte. Diesem weiter folgend kam ich zu der schon einmal genutzten Hütte am See Trehörningen. Dieses Mal herrschte sonniges Wetter und ich konnte eine bezaubernde Abendstimmung mit rot gefärbtem Himmel und der Geräuschekulisse der Vogelwelt geniessen. Am kommenden Morgen startete ich relativ früh, da mich eine lange Etappe erwartete. Am Vormittag absolvierte ich den gleichen Weg, den ich bei Regen schon mit Sabine gegangen war bis nach Handen. Ab dort marschierte ich zuerst durch Wohngebiet, später dann wieder über Felsen und durch Wälder. Am späteren Nachmittag erreichte ich den Eingang zum Tyresta Nationalpark und konnte die nächsten Kilometer bis zur Schutzhütte durch beeindruckende, unberührte Natur wandern. Nach Ankunft bei der Hütte, die bereits besetzt war, stellte ich mein Zelt an einem noch freien Platz innerhalb der erlaubten Campingzone auf und verräumte mich nach diesem langen Wandertag schon recht bald in meinen Schlafsack. Den nächsten Tag, unterdessen war Mittwoch, begann ich erneut mit Schritten durch die herrliche Landschaft des Nationalparks. Nachdem ich die Parkgrenze hinter mir liess, an einem See mein Mittagessen eingenommen hatte und noch etwas weiter marschierte, gelangte ich zur Freizeitanlage Alby. Ab hier ging es teilweise über Feldwege und auch bereits vermehrt durch Siedlungsgebiet. Gegen Abend erreichte ich den See Sandasjön und schlug dort mein Zelt für die letzte Nacht draussen auf. Am Donnerstagmorgen startete ich nun also auf meine letzten Kilometer auf dem Sörmlandsleden. Hier merkte man bereits deutlich die Nähe zur Stadt. Nachdem es zuerst noch etwas durch Wald ging, führte der Weg bald entlang eines Golfplatzes und ich begegnete auch viel mehr Leuten als in den vergangenen Tagen draussen in der Wildnis. Am frühen Nachmittag erreichte ich die U-Bahn-Station Björkhagen, wo mein Sörmlandsleden-Trip endete. Ab hier fuhr ich ins Stadtzentrum und verbrachte einige Zeit mit der Suche nach einer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte, bis ich im Hotel Gamla Stan ein Zimmer fand. Den Abend liess ich anschliessend mit dem Verspeisen von Köttbullar im Café Kronen ausklingen. Der Freitag stand dann ganz im Zeichen von Sightseeing bei sonnigem Wetter. Zuerst liess ich mich auf der Bootstour "Under the Bridges of Stockholm" während rund zwei Stunden zwischen den Inseln hindurch chauffieren und erhielt so eine etwas andere Sicht der Stadt vom Wasser aus. Am Nachmittag entschied ich mich für den Besuch des Vasa Museums, wo ich einen eindrücklichen Einblick in die Geschichte des legendären Schiffes und die Zeit seiner Entstehung erhielt. Am nächsten Morgen hiess es bereits recht früh aufstehen, mit der U-Bahn und dem Flygbussarna zum Flughafen Arlanda zu fahren und von dort zurück nach Genève zu fliegen. Damit kamen diese tollen und erlebnisreichen Sommerferien nach mehr als 400 Kilometern zu Fuss zu einem Ende und die Vorfreude auf weitere Wandererlebnisse ist bereits riesig.
Sörmlandsleden 2016 - Teil 3

Sonntag, 23. Oktober 2016

Auf einsamen Pfaden durch Södermanland - Teil 2

Nach einer gemütlichen Nacht stand ich am Donnerstagmorgen langsam auf, nutzte die Gelegenheit zum Waschen der Kleider und gönnte mir ein Frühstück mit Blick aufs Meer. Nach einem kurzen Regen-Intermezzo mietete ich mir ein Fahrrad und pedalte nach Trosa, wo ich den Nachmittag gemütlich mit einem Bummel durchs Städtchen verbrachte. Gegen Abend kam endlich der langersehnte Anruf von Sabine, dass sie nach ihrer Odyssee von England her mit der Vespa bald in Südschweden eintreffen werde. Kurz darauf war es soweit und wir konnten das Zusammentreffen mit einem feinen Essen in Antons Krog feiern. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, packten wir unser ganzes Material zusammen und machten uns auf den Weg. Nachdem Sabine die Vespa freundlicherweise bei einem Hotel abstellen konnte und wir uns mit einem leckeren Mittagessen im Restaurant Ågården gestärkt hatten, nahmen wir die nächsten Kilometer gemeinsam unter die Füsse. Der Sörmlandsleden führte uns über Strassen, Feld- und Waldwege und über Fels bis zum Windschutz Sandvik. Auch am kommenden Tag marschierten wir durch Wald und entlang des Meeres bis wir Tullgarns Slott erreichten und dort im Wirtshaus das ausgezeichnete Mittagsbüffet genossen, sowie das Leitungswasser zum Auffüllen unserer Wasserreserven nutzten. Am Nachmittag wanderten wir weiter bis wir über eine Brücke die Insel Mörkö erreichten. Da hier sehr viele Privatgrundstücke sind, fanden wir auf Anhieb keinen schönen Platz zum Übernachten. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Einheimischen nahm uns dieser mit seinem Volvo ein paar Kilometer mit und zeigte uns einen tollen Platz für unsere Nachtruhe. Nachdem wir unser Lager eingerichtet und das Nachtessen verspeist hatten, versuchten wir trotz der Mückenplage und Geräuschen von Wildtieren in der Nähe ein wenig zu schlafen - was glücklicherweise irgendwann dann auch gelang. Am nächsten Morgen - unterdessen war Sonntag - nahmen wir unser Frühstück ein, packten zusammen und marschierten los. Bald schon fielen die ersten Regentropfen, so dass wir uns entschieden noch ein paar Minuten unter den Bäumen zu warten. Als der Regen ein wenig nachliess, gingen wir weiter entlang von Feldwegen und Strassen, vorbei an der Mörkö Kyrka bis wir bald wieder den markierten Sörmlandsleden erreichten. Das Wetter wurde im Verlaufe des Nachmittags immer besser und der Pfad führte uns durch schönen Wald mit teilweise felsigem Untergrund, aber zeitweise auch über offene Felder. Diesen Tag beendeten wir beim Campingplatz Skansholmen, wo wir uns ein kleines Häuschen mieteten und den Abend in Gesellschaft von Wildgänsen bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen liessen. Am folgenden Tag nahmen wir als Erstes die Fähre hinüber aufs Festland und marschierten ab dort erneut durch faszinierende Wälder und über Kuhweiden entlang des Meeres. Gegen Abend erreichten wir die Windschutzhütte am Stora Träsket, wo bereits zwei junge Damen aus Deutschland ihr Lager aufgeschlagen hatten. Trotzdem konnten wir uns in der Hütte und daneben mit unserem Zelt ebenfalls an diesem Platz niederlassen. Der kommende Tag brachte uns wiederum tolle Wanderbedingungen in einer wunderbaren Natur und führte uns zum Erholungsgebiet Lida. In der Freizeitanlage gab es neben Seilpark, Minigolfbahn, Wasserskischanze und tollem Strand auch eine unglaubliche Anzahl an frei herumhoppelnden Hasen und wir konnten dort aus mehreren Hütten eine für uns passende auswählen. So dass wir die Nacht rundum geschützt in einer Art Holzpyramide verbringen konnten - trotzdem hatten wir Besuch von einer Maus, die von unseren Vorräten etwas abbekommen wollte. Am folgenden Morgen frühstückten wir im Restaurant der Freizeiteinrichtung und machten uns anschliessend auf den Weg. Auch an diesem Tag vor allem durch Wald und über Felder. Unser Mittagessen verspeisten wir bei einem Windschutz in Gesellschaft von Salomon, einem jungen Mann aus Israel auf Entdeckungsreise durch Nordeuropa. Am Nachmittag wanderten wir unter regnerischen Bedingungen weiter bis wir den schönen See Trehörningen erreichten und uns dort in der Windschutzhütte einrichten konnten. Da der Regen glücklicherweise bald aufhörte, konnten wir uns sogar noch ein erfrischendes Bad gönnen, die Kleider trocknen lassen und den Abend geniessen. Nach dem Frühstück am Donnerstag morgen nahmen wir die nächsten Kilometer bei feuchtem Wetter in Angriff. Leider wurde dieses immer schlechter, so dass wir zwischendurch unter Bäumen und später unter einem Dach beim Kinderspielplatz der Siedlung Riddartorp eine Pause im Trockenen einlegten. Dabei fällten wir auch den Entscheid noch bis Handen zu wandern und von dort per Zug ins Zentrum von Stockholm zu fahren. Nach Ankunft in Stockholm fuhr Sabine mit dem Bus zurück nach Trosa, um dort die Vespa wieder abzuholen, während ich mich um den Bezug unserer Airbnb-Unterkunft kümmerte. Den folgenden Tag begannen wir mit dem Waschen unserer Kleider in einer Laundry und einem kleinen Shoppingbummel durch skandinavische Möbelläden, die nicht alle blau-gelb sind ;-). Anschliessend besuchten wir das coole Fotographiemuseum Fotografiska und bestaunten dort während mehrerer Stunden die beeindruckenden Bilder der verschiedenen Ausstellungen, bevor wir noch ein wenig durch die Altstadt spazierten. Schlussendlich legten wir auch an diesem "Ruhetag" rund 14 Kilometer zurück.
Sörmlandsleden 2016 - Teil 2

Sonntag, 16. Oktober 2016

Auf einsamen Pfaden durch Södermanland - Teil 1

Bereits sind mehr als zwei Monate vergangen, seit ich in meine diesjährigen Sommerferien startete. Am ersten Freitag des Monats August fuhr ich mit meinem gut gepackten Rucksack per Zug zum Aéroport International de Genève. Dort bestieg ich ein Swiss-Flugzeug, das mich zuerst nach Zürich brachte, von wo es ebenfalls mit Swiss weiter nach Stockholm Arlanda ging. Nach der Fahrt mit dem Flygbussarna zum Hauptbahnhof und einem kurzen Fussmarsch erreichte ich meine Airbnb-Unterkunft für diese Nacht. Zum Abschluss dieses Anreisetages konnte ich in der Umgebung im Restaurant Salt ein feines Nachtessen geniessen und legte mich anschliessend schlafen, um die nächsten Tage fit in Angriff zu nehmen. Nach dem Aufwachen durch herrlichen Sonnenschein am Samstag, verabschiedete ich mich von den sympathischen Hosts und gönnte mir ein Frühstück bei Wayne's Coffee. Anschliessend deckte ich mich in einem ICA-Laden mit Esswaren und bei Naturkompaniet mit Gas ein, bevor ich gegen Mittag mit dem Zug nach Nyköping fuhr. Hier marschierte ich los und fand nach einigen hundert Metern problemlos den gut markierten Sörmlandsleden. Nach rund zehn Kilometern durch Wald und Naherholungsgebiet erreichte ich die Windschutzhütte am Hovrasjön, wo ich den ersten Wandertag beendete. Mit einem wunderbaren Ausblick auf den See mit Nebelschwaden durfte ich am nächsten Morgen aufwachen. An diesem Tag wanderte ich über Felder und durch Wald, genoss ein feines Mittagessen im Café Åstugan, folgte manchmal einer Strasse entlang und zwischendurch ging es etwas auf und ab bis ich die nächste Hütte am Masugnssjön erreichte. Am Montag war es bewölkt und ein bisschen kühler. Der Weg führte über Waldwege, durch einen Tunnel unter der Autobahn und über Feldwege bis Tystberga. Danach ging es teilweise über Felsen, immer leicht auf und ab und durch schöne Wälder. Nach dem Mittagessen begann es leicht zu regnen, so dass ich mich und den Rucksack regendicht einpackte und bei Bälinge im Schutz von Bäumen eine Pause einlegte. Nach einigen weiteren, anstrengenden Kilometern, zum Glück wieder ohne Regen, erreichte ich den See Björken. Obwohl bereits jemand in der Hütte war, konnte ich mich ebenfalls dort für die Nacht niederlassen. Am nächsten Tag folgte ich zuerst etwas dem Ufer des Sees, weiter durch Wald und bald kam der nächste See namens Gisesjön. Weiter führte der Sörmlandsleden durch neues Siedlungsgebiet in lichtem Wald und kurz nach dem Mittag kam ich bei der Schutzhütte Dymossen an. Nach der Anstrengung am Vortag entschloss ich mich die heutige Wanderung bereits zu beenden und richtete mich gemütlich ein. Am Nachmittag unternahm ich dann einen Spaziergang zum idyllischen Ringsjön, wo ich meine Wasservorräte auffüllen konnte und nutzte den Rest des Tages zum Erholen. Gut ausgeruht startete ich den nächsten Wandertag, der mich wieder durch Wald, über Felsen und Feldwege führte. Gegen Mittag passierte ich Tureholm Castle und erreichte am späteren Nachmittag das hübsche Städtchen Trosa, wo ich mich auf der vorgelagerten Insel auf dem schönen Zeltplatz Havsbad niederliess und zum ersten Mal mein kleines Zelt aufbaute.
Sörmlandsleden 2016 - Teil 1

Sonntag, 31. Juli 2016

Schweizer Biervielfalt

Bereits vor rund drei Monaten erhielt ich vom sympathischen Team von Bierliebe.ch ein Paket zum Kennenlernen per Post zugesandt. Dabei handelte es sich um das Monatspaket April. Die Bier-Idee hinter dem Angebot des Unternehmens aus dem luzernischen Rain besteht aus einem Abonnement, mit dem jeden Monat drei regionale Brauereien aus der Schweiz bequem zu Hause entdeckt werden können. Die Standard-Ausführung enthält 3x2 Flaschen, als Erweiterung gibt es ebenfalls das Freunde-Abonnement, mit dem dank 3x4 Flaschen in gemütlicher Runde unter Kollegen Gerstensaft gekostet werden kann. In meinem Paket befanden sich jeweils zwei Flaschen Stammhaus Bier von der Brauerei Falken aus Schaffhausen, Ueli Primavera von der Basler Brauerei Fischerstube und Cascade Amber Ale von Kitchen Brew ebenfalls aus Basel. Neben dem mir bereits bekannten Ueli-Bier konnte ich dadurch zwei weitere unabhängige Brauereien aus der lebendigen Schweizer Craft-Bier-Szene kennenlernen und eine Kostprobe ihrer Erzeugnisse degustieren.


Der coole Lieferservice von Bierliebe.ch besteht seit Oktober 2015 und konnte seither bereits rund 30 verschiedene Biere von über 20 spannenden und innovativen Lokal-Brauereien an Bierliebhaber in der Schweiz ausliefern. Santé!

Sonntag, 5. Juni 2016

Road Trip nach Kroatien - Teil 3

Den nächsten Tag begannen wir mit einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse eines Cafés in der Nähe unseres Apartments. Frisch gestärkt begaben wir uns zum imposanten Amphitheater und starteten unseren Rundgang oberirdisch durch die riesige Arena, die erstaunlich gut erhalten ist. Zum Abschluss der Besichtigung besuchten wir im Untergeschoss die interessante Ausstellung über Weinbau in Istrien und die Geschichte der Herstellung und Verwendung von Amphoren. Weiter spazierten wir gemütlich durch die Gassen der Stadt. Nach dem Mittagessen sattelten wir unsere Vespas und fuhren die rund 20 km gegen Süden zum einsamen Kap Kamenjak. Da der Weg immer schlechter befahrbar wurde, stellten wir unsere fahrbaren Untersätze ab und unternahmen eine kleine Wanderung entlang der Küste in dieser geschützten Landschaft mit einer faszinierenden Pflanzenwelt. Vor der Rückreise nach Pula machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in der Safari Bar, einem romantischen Ort in und unter Schilfpflanzen. Unser Abendessen genossen wir im Restaurant Kantina und liessen später den Tag mit dem Bestaunen von tollen Lichtinstallationen anlässlich des Visualia Festivals ausklingen.

Am Freitag hiess es für uns erneut alles zusammenpacken und leider bei Regen die nächste Strecke unter die Räder zu nehmen. Um uns ein bisschen zu trocknen und für ein feines Mittagessen kehrten wir in der Taverna Marea in Lovrečica ein. Wenig später erreichten wir ziemlich durchnässt unser Quartier für die kommende Nacht. Nach dem Check-in im Hotel Meliá Coral konnten wir uns bei einem Aufenthalt im Wellness-Bereich etwas von den Strapazen des Tages erholen. Zum Abschluss des Abends unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang in der Umgebung und kamen unter anderem bei einem Biker-Festival vorbei.

So langsam aber sicher, mussten wir nach diesen tollen und erlebnisreichen Tagen an die Fahrt nach Hause denken. Da die Wetterprognosen weiterhin nicht allzu gut waren, wollten wir genügend Zeit dafür einrechnen. Nach dem Frühstück und Check-out fuhren wir los durch Istrien, durchquerten in der Nähe von Koper Slowenien und erreichten wieder Italien. Bei wunderbarem Sonnenschein konnten wir in Triest auf einer Terrasse unser Mittagessen zu uns nehmen. Im Verlaufe des Nachmittags verschlechterte sich das Wetter jedoch wieder und der Regen setzte ein, so dass wir in Castelfranco Veneto genug hatten und ziemlich durchnässt im Hotel Fior ein Zimmer bezogen. Zur Aufheiterung wurden wir im zugehörigen Restaurant mit einem sehr leckeren Nachtessen und freundlichem Service verwöhnt.

Den Sonntag verbrachten wir bei trockenem Wetter mit der Fahrt durch Venetien und die Lombardei. Wir machten lediglich kleine Zwischenstopps, um zwischendurch ein bisschen den Körper durchzustrecken, den Tank der Vespas zu füllen oder mit einem Kaffee die Konzentration wieder zu erhöhen. So kamen wir gut vorwärts und erreichten gegen Abend Como, wo wir wenig später die Grenze zurück in die Schweiz passierten. Unsere Etappe ging dann noch weiter bis nach Bellinzona, wo wir im Hotel Garni Liberty vollautomatisch in unser Zimmer einchecken konnten. Den letzten Abend unseres coolen Road Trips verbrachten wir bei einem Glas Wein und resümierenden Gedanken im Woodstock Music Pub gleich neben dem Hotel.

Und dann war auch schon der letzte Tag angebrochen. Einigermassen früh verspeisten wir ein kleines Frühstück und machten uns auf, um den Gotthard-Tunnel möglichst ohne Stau zu durchfahren. Dieser Plan funktionierte tiptop und wir konnten tatsächlich ohne auch nur stockenden Kolonnenverkehr zu erleben das Gotthardmassiv gen Norden unterqueren. In der Raststätte Luzern Neuenkirch machten wir unseren Mittagsrast - natürlich inklusive obligater Erdbeertorte ;-) - und verliessen anschliessend die Autobahn, um die restliche Strecke bis nach Hause über Landstrassen zu fahren. Glücklich und zufrieden über intensive, eindrucksvolle und zum Glück unfallfreie Tage erreichten wir am späteren Nachmittag unser Domizil.
Road Trip Hrvatska 2016 - Part 3

Dienstag, 31. Mai 2016

Road Trip nach Kroatien - Teil 2

Am Montag morgen konnten wir nochmals das tolle Frühstück im Guest House Plitvice Hills geniessen und fuhren anschliessend wieder beladen mit unserem Gepäck los. Auf Empfehlung des Gastgebers wählten wir die Route via Gospić durch das Velebit-Gebirge. Zuerst herrschte immer dichterer Nebel und frische Temperaturen. Als wir jedoch den Kubus, ein Denkmal für den Bau der Strasse zwischen Gospić und Karlobag erreichten, konnten wir bei herrlichem Sonnenschein die Aussicht Richtung Küste und Adria-Inseln geniessen. Einige tolle Kurven später näherten wir uns wieder der Meeresküste, welcher wir nun bis Senj folgten. Nach dem Mittagessen bei der Festung Nehaj ging es immer weiter entlang des Meeres und kurz vor Rijeka über die Krk-Brücke hinüber auf eine der beiden grössten Adria-Inseln. Im Ort Valbiska warteten wir dann bis wir uns auf die Fähre verladen konnten, die uns nach Merbag auf der anderen grössten Adria-Insel Cres brachte. Nachdem wir die Fähre wieder verlassen hatten zogen wir gemeinsam mit vielen anderen Fahrzeugen in einem langen Korso über die Strassen der Insel bis ganz ans südliche Ende, wo wir über eine Drehbrücke auf die nächste Insel namens Lošinj wechselten. Dort erreichten wir bald unser Hotel Manora in Nerezine und liessen den Abend bei einem feinen Glas istrischem Rotwein ausklingen.

Den nächsten Tag starteten wir mit einem leckeren Frühstück vom grosszügigen Büffet und fuhren dann mit den Vespas nach Mali Lošinj. Ab hier begaben wir uns auf eine schöne Wanderung - mit Übungen zum Wohlbefinden - entlang des Meeresufers bis nach Veli Lošinj und über einen Hügel wieder zurück. Nachdem wir noch ein wenig durch das Städtchen geschlendert waren, kehrten wir zum Hotel zurück und genossen bei frischen Temperaturen ein Bad im Pool und zum Apéro einen Biska. Da die Hauptsaison noch nicht begonnen hatte, waren wir die einzigen Gäste im Hotel. Deshalb hatten die Angestellten wohl etwas mehr Zeit und verwöhnten uns beim Abendessen mit einem wunderbaren dreigängigen Fisch-Menü.

Am Mittwoch hiess es für uns wieder alles packen und weitere Kilometer unter die Räder nehmen. Bei bewölktem Himmel starteten wir und machten in Osor einen kleinen Zwischenstopp zur Besichtigung des alten Ortskerns. Bei nun einsetzendem Regen durchquerten wir erneut die ganze Insel Cres bis ganz in den Norden, wo wir in Porozina die Fähre nach Brestova in Istrien nahmen. Unter weiterhin recht schwierigen und nassen Bedingungen fuhren wir noch weiter bis Pula und quartierten uns dort in einem Apartment ein. Nachdem wir uns getrocknet und ein wenig erholt hatten, schlenderten wir durch das schöne Städtchen und verspeisten zum Znacht eine Pizza.
Road Trip Hrvatska 2016 - Part 2