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Sonntag, 3. Dezember 2017

Sommerferien in Skandinavien - Teil 2

Nach der Nacht im Zelt konnte ich dank dem Einkauf im Supermarkt am Vortag ein luxuriöses Frühstück mit Brot, Käse und Orangensaft verspeisen. Frisch gestärkt packte ich alle meine Sachen wieder zusammen, verliess den Campingplatz und machte mich erneut auf in die Natur. Zuerst noch recht zivilisationsnah, teilweise auf Strassen und vorbei an Häusern, Seen und später immer mehr durch Wald und über felsigen Grund bis zur Windschutzhütte am Hönstorpasjön, wo ich den Tag mit einem Bad und dem Nachtessen abschloss. Am nächsten Morgen, unterdessen war Freitag, absolvierte ich vor dem Aufbruch zur nächsten Etappe noch ein kleines Gymnastikprogramm. Der Marsch führte mich wiederum durch Wald und über Fels, einmal sogar durch einen ehemals geschützten Urwald, der bei einem grossen Sturm im Jahre 1969 leider stark zerstört wurde. Am frühen Nachmittag erreichte ich bereits mein Tagesziel, die Hütte am Näsnaren, so dass ich den Rest des Tages bei tollem Wetter etwas relaxen konnte. Auch die nächsten Tage konnte ich bei idealen Wanderbedingungen durch die wunderbare Sörmland-Landschaft marschieren und jeden Abend eine neue Windschutzhütte an einem schönen See beziehen. Teilweise verbrachte ich die Nächte ganz alleine, manchmal hatte ich aber auch Gesellschaft - zum Beispiel von einer Familie, deren Grossvater aus Biel nach Schweden ausgewandert war, einem Langzeitreisenden, der seit zwei Jahren unterwegs ist oder einem Abenteurer, der für eine Nacht draussen etwa dreimal soviel Material dabei hatte wie ich für den ganzen Trip ;-) Tagsüber unterwegs bekam ich jeweils Abwechslung durch Attraktionen und spannende Orte wie dem Aussichtsturm auf dem Vensbrinksberget, der mit 123 m.ü.M. Sörmlands höchster Berg ist oder kilometerlangen Bretter-Stegen durch Sumpfgebiet, einem Waldabschnitt, wo 2013 ein Waldbrand wütete und immer wieder traumhaften Seen. Etwas anstrengend, aber nichtsdestotrotz auch ein Highlight war der Abstecher durch die Provinz Östergötland, welcher unter anderem am Fjärd Bråviken entlang über eine Felspassage mit intensivem Auf und Ab führte.
Rund zwei Wochen nach dem Start in Eskilstuna erreichte ich nach einer fantastischen Expedition durch die Wildnis Mittelschwedens die Stadt Nyköping, welche mir im vergangenen Jahr als Ausgangspunkt diente. Da ich nach ein paar Extra-Kilometern feststellen musste, dass der auf der Karte eingezeichnete Zeltplatz nicht existierte, buchte ich mir im Vandrarhem Railway direkt beim Bahnhof ein Zimmer für die letzte Nacht in Schweden. Am folgenden Tag, ein Samstag, machte ich mich auf eine lange Zugreise. Zuerst mit dem Regionalzug nach Norrköping, von dort weiter mit dem X2000-Hochgeschwindigkeitszug über die Øresundsbroen nach København und später erneut mit Regionalzügen über den Grossen Belt via Odense nach Svendborg, wo mich Sabine auf dem Bahnsteig erwartete.
Scandinavian Summer 2017 - Part 2

Sonntag, 26. November 2017

Sommerferien in Skandinavien - Teil 1

Schon sind ein paar Monate vergangen seit ich Mitte Juli meine diesjährigen Sommerferien antreten durfte. Nachdem ich alles in meinem Rucksack verstaut hatte fuhr ich per Zug an den Flughafen Zürich zum Vorabend-Check-in und dann weiter nach Bülach, wo ich freundlicherweise bei meiner Schwester und ihrem Partner übernachten durfte damit ich am nächsten Morgen den frühen Flug erreichen konnte. Ein Flug von SWISS nach Stockholm Arlanda und der praktische Flughafenbus brachten mich ins Zentrum der schwedischen Hauptstadt. Da ich im vergangenen Jahr leider keine Zeit mehr hatte, machte ich mich im Anschluss ans Deponieren des Gepäcks im Hotel auf, das Nobel Museum zu besuchen. Auf einer spannenden Führung mit witzigen Anekdoten konnte ich dort viel Interessantes aus dem Leben von Alfred Nobel und über die zahlreichen Träger der verschiedenen Nobelpreise erfahren. Mit dem Nachtessen bei Grill Ruby, einem Bier im O'Learys und dem Einkauf von Proviant für die kommenden Tage endete dieser erste Ferientag. Am Samstagmorgen, nach ausgiebigem Frühstück im Hotel, nahm ich die Tunnelbana zum Hauptbahnhof und reiste mit dem Zug nach Eskilstuna, wo ich sehr nett von meiner Airbnb-Gastgeberin begrüsst wurde. Weil die Unterkunft etwas ausserhalb lag, durfte ich sogar ein Fahrrad benutzen, um den Nachmittag in der Stadt zu verbringen. Neben etwas Shopping besuchte ich im Tunavallen-Stadion das Allsvenskan-Spiel zwischen dem lokalen AFC Eskilstuna und Kalmar FF, welches das Heimteam vor rund 2400 Zuschauern mit 2-1 gewinnen konnte. Am folgenden Tag genoss ich gemeinsam mit den Gastgebern auf der Terrasse ein tolles Frühstück und machte mich anschliessend auf, um den markierten Wanderweg Sörmlandsleden zu finden, was mir nach rund eineinhalb Kilometern auch gelang. Während ich noch bei Sonnenschein losmarschieren konnte, wurde leider im Verlaufe des Tages das Wetter immer schlechter, so dass ich die erste Windschutzhütte doch etwas durchnässt erreichte. Nach der ersten Nacht draussen bin ich bereits relativ früh aufgewacht, drehte mich aber nochmals um und schlief noch ein bisschen weiter. Etwas später, nach dem Frühstück mit getoastetem Brot vom Feuer, machte ich mich auf für die nächste Etappe. Bei gutem Wetter wanderte ich entlang von Seen, durch Kuhweiden, über Felder, durch Wald und auf felsigem Grund - also das volle Södermanland-Programm. Am späteren Nachmittag erreichte ich mein heutiges Tagesziel, eine Hütte wie sie früher von Köhlern zum Übernachten benutzt wurde. Da diese nicht an einem See lag, absolvierte ich noch ein kurzes Jogging zum nächsten See, um dort zu baden. Auch am nächsten Morgen bin ich recht früh aufgewacht und habe noch ein wenig weitergeschlafen. Später, nach dem Frühstück, ging es weiter auf dem Wanderweg. Zuerst vorbei am See Tryningen, den ich am Vortag bereits besucht hatte, dann über Fels und einsame Wälder - teilweise beinahe weglos, aber immer mit guter Markierung. Bei einem Haus durfte ich bei zwei älteren Herren meinen Wasservorrat auffüllen und kurz darauf bei einer Hütte im Wald mein Mittagessen einnehmen. Am Nachmittag konnte ich mich bei schönem und warmem Wetter weiter durch Wald, über Kuhweiden und entlang von Seen bewegen bis ich einen tollen Windschutz am See Myr Gryten erreichte. Am folgenden Tag führte mich der Pfad erneut entlang von Seen, durch Wälder und über felsigen Untergrund. Das Mittagessen bereitete ich mir in der schön gepflegten Windschutzhütte am Hagsjön zu. Einziger Wermuthstropfen war die ziemlich kahl abgeholzte Umgebung. Nach ein paar weiteren Kilometern, die teilweise entlang einer Strasse führten, erreichte ich die Stadt Katrineholm, wo ich mein Zelt auf dem Campingplatz aufstellte und den Abend bei einem Bier genoss.
Scandinavian Summer 2017 - Part 1

Freitag, 4. September 2015

In der Wildnis Bohusläns - Teil 4

Am folgenden Morgen hörten wir plötzlich einige Regentropfen aufs Zelt prasseln. Für uns war dies das Startzeichen zum Zeltabbau in Rekordzeit, damit wir unser mobiles Zuhause möglichst trocken einpacken konnten. Danach bereiteten wir uns ein tolles Frühstück mit frisch gepflückten Himbeeren zu und starteten - nachdem es wieder zu regnen aufgehört hatte - mit einem ersten recht steilen Anstieg in die heutige Wanderetappe. Weiter ging es entlang einer Schotterstrasse, über eine Kuhweide mit eigenem Strand, vorbei am alten Hof Torps gård bis zu Borgmästarbruket, wo noch Ruinen von Sägewerk und Mühlen an die erste Industrialisierungsperiode in dieser Region erinnern. Dem Örekilsälven weiter folgend erreichten wir bald den Wasserfall Brålandsfallet, wo wir nach dem Mittagessen noch ein bisschen den springenden Lachsen zusahen. Danach folgten wir noch für eine kurze Strecke den orangen Markierungen des Bohusleden, bevor wir später Richtung Munkedal abbogen. Da hier allerdings nicht allzuviel los war, fuhren wir mit dem Zug nach Uddevalla und dort mit dem Taxi zum etwas ausserhalb gelegenen Unda Camping, wo wir unser Zelt aufbauten und uns bald einmal zur Nachtruhe hinlegten.
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Tisdag

Für den nächsten Tag hatten wir unseren zweiten Ruhetag eingeplant. Also schliefen wir etwas länger, verspeisten ein gemütliches Frühstück mit leckeren schwedischen Erdbeeren und wuschen wieder einmal unsere Kleider. Für die zweite Hälfte des Tages fuhren wir mit dem Bus nach Uddevalla, um einerseits unsere Vorräte nochmals aufzufüllen und ein wenig durch die Stadt zu bummeln. Da wir heute nicht so viel marschieren wollten, unternahmen wir die Sightseeing-Tour mit einem kleinen Touristen-Bähnli. Gegen abend begaben wir uns ins coole Restaurant Kerstin på torget und liessen uns mit einem leckeren Caesar's Salad verwöhnen. Zum Dessert gönnten wir uns anschliessend auf dem Kungstorget bei der Königsstatue eine Glacé und spazierten nachher zum Hafen, wo wir das Schiff M/S Sunningen bestiegen. In einer angenehmen Fahrt liessen wir uns nun zurück zu unserem Zelt auf dem Campingplatz fahren.  
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Onsdag

Gut erholt und mit neuem Mut starteten wir am Donnerstag in den letzten Teil unseres Wanderabenteuers. Nachdem wir mit dem Bus wieder in die Stadt Uddevalla gefahren waren, hiess es zuerst an den Stadtrand marschieren und dort wieder den Einstieg in den Bohusleden suchen. Als wir die vertrauten orangen Kennzeichen gefunden hatten, führte uns der Weg aufs Neue durch schöne Moorlandschaften, durch Wald und über Feldwege bis wir gegen Mittag den restaurierten alten Hof Åleslån, der heute als Natur- und Kulturschule dient, erreichten. Auf dem weiteren Weg am Nachmittag kamen wir an verschiedenen Häusern, Hütten und sogar einer lappländischen Kote vorbei, bis wir unser Tagesziel am Kärrevattnet erreichten. Nach dem Nachtessen legten wir uns für die letzte Outdoor-Nacht in der Windschutzhütte in unsere Schlafsäcke und genossen die wunderbare Stille.
 
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Torsdag

Und dann kam also unser letzter Wandertag. Nach einem Frühstück mit grilliertem Brot und Nutella machten wir uns wieder auf den Weg. Auch heute marschierten wir an Hütten vorbei und durch Wald- und Moorlandschaften. Nach dem Mittagessen an einem See, führte uns die markierte Route in eine Viehweide, die von einer ganzen Herde mit Kühen, Jungtieren und sogar einem Muni bewohnt war. Da dieser uns nicht ganz so wohl gesinnt schien, entschieden wir uns für einen kleinen Umweg ausserhalb des Zaunes. Weiter ging es in einem stetigen Auf und Ab durch recht anspruchsvolles Terrain und später für einen letzten Abschnitt auf geteerter Strasse bis wir erneut in Munkedal einmarschierten, dieses Mal jedoch von Süden her. Damit war unser herrlicher Trekking-Trip nach rund 200 km abgeschlossen und wir bestiegen am Bahnhof den Zug, der uns nach Göteborg zurückbrachte. Dort begaben wir uns ins bereits bekannte STF Göteborg City Hotel, gönnten uns eine Dusche und liessen anschliessend den Tag bei einem Bierchen am Kulturfestival ausklingen. Am Samstag machten wir uns auf den Weg mit dem Bus an den Flughafen und reisten mit KLM via Amsterdam nach Zürich zurück. Rückblickend lässt sich festhalten, dass wir mit einer guten Ausrüstung eine herrliche Trekking-Tour durch eine wunderbare Landschaft erleben konnten. Der Bohusleden hat noch 13 weitere Etappen - wer weiss, ob und wann wir diese noch laufen werden ;-)
 
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Fredag

Montag, 24. August 2015

In der Wildnis Bohusläns - Teil 3

Frisch gepflückte Blaubeeren, Müesliflocken, etwas Rahmpulver und gefiltertes Wasser - das waren die Zutaten für ein sehr leckeres Frühstück zu Beginn der zweiten Wanderwoche auf dem Bohusleden. So gestärkt packten wir einmal mehr alles zusammen und begannen eine weitere Etappe entlang von tollen Seen und durch faszinierende Wälder. Das Mittagessen nahmen wir bei der Hütte am Sjökarrssjön gemeinsam mit einem deutschen Wanderer, der dort einen Ruhetag einlegte, ein. Von ihm erfuhren wir, dass er frühmorgens am gegenüberliegenden Ufer Wölfe vorbeigehen sah. Die weitere Strecke am Nachmittag führte in einem steigen Auf und Ab weiter entlang von Seen und einmal durch eine Fläche, die vor nicht allzulanger Zeit von einem Waldbrand heimgesucht wurde, bis wir die Luxus-Unterkunft Vaktarekullen, die sich auf der höchsen Erhebung im Kynnefjäll befindet, erreichten. Das frei benutzbare Haus bietet insgesamt 12 Schlafplätze in zwei Räumen und einen Ofen zum Heizen. Als wir nach dem Abendessen auf der Terasse noch am Wasser filtern waren, erhielten wir Besuch von einem Schweden mit dem wir uns ein wenig unterhalten konnten. Später als wir gerade ins Bett gingen, traf dann noch ein deutsches Paar ein, das an diesem Tag in Dingle in den Bohusleden eingestiegen war.
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Lördag

Am Sonntag hiess es für uns wie gewohnt aufstehen, frühstücken und packen, damit wir beizeiten abmarschieren konnten. Erneut wanderten wir durch verschiedene Typen von Wald und entlang von Seen. Mit dem Mittagessen hatte ich mir wohl zu viel Energie zugeführt, so dass ich den letzten Kilometer entlang des Äntervattnet trotz mehr als 20 kg in meinem Lowe-Alpine-Latok-Rucksack rennend zurücklegte. Da das heutige Teilstück eher kurz war, hatten wir nach Ankunft beim Windschutz schön Zeit zum Waschen und Geniessen der wunderbaren Natur.
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Söndag

Nach einer angenehmen Nacht in der Hütte, bereiteten wir uns zum Frühstück getoastetes Brot vom Grill mit Nutella zu. Danach machten wir uns wieder für eine Wanderung auf einer nächsten Etappe bereit. Bereits nach wenigen Kilometern erreichten wir Lunden, wo ein Denkmal und eine Wachstube der Gruppe Rädda Kynnefjäll an den zwanzigjährigen Widerstand gegen ein Atommüllendlager in dieser Gegend erinnert. Der nächste Abschnitt führte uns durch das Naturschutzgebiet Bredmossen und später auf asphaltierter Strasse bis in den geplanten Zielort Svarteborg. Leider stellte sich hier heraus, dass die ersehnte Cafeteria bereits seit rund drei Jahren geschlossen ist und es sonst ausser ein paar Häusern hier nichts gibt. Nach einer kurzen Lagebesprechung beschlossen wir noch ein paar Schritte weiter zu gehen und nach einem geeigneten Zeltplatz Ausschau zu halten. Schlussendlich wurden es insgesamt 35 km und wir erreichten gegen Abend den Vindskydd in Harska, wo bereits zwei Deutsche - Vater mit erwachsenem Sohn - einquartiert waren. Trotz intensiver Suche rund um die Hütte fanden wir keinen genügend grossen ebenen Platz, so dass wir unser Zelt in leicht geneigter Position aufstellen mussten. Da wir vom heutigen Laufpensum ziemlich erschöpft waren, konnten wir trotzdem einigermassen gut schlafen.
Bohusleden 2015 - Vecka 2 - Måndag

Sonntag, 23. August 2015

In der Wildnis Bohusläns - Teil 2

Am folgenden Morgen erwachten wir um 07.07 Uhr und packten als erstes unser Zelt zusammen, da eine regnerische Stimmung in der Luft lag. Nach dem Frühstück begann es tatsächlich zu tropfen und wir schützten zum Abmarschieren unsere Rucksäcke mit der Regenhülle, uns mit den Regenjacken und unsere Füsse mit den Gamaschen, um einigermassen trocken zu bleiben. Der Weg führte uns zuerst durch das geologisch sehr interessante Gebiet Tolvmanstegen, das aus bis zu 900 Millionen Jahre altem Granit abwechselnd mit Moorlandschaften besteht und heute eine Windfarm mit rund 25 Windkrafträdern beheimatet. Das Mittagessen nahmen wir inmitten dieser eindrücklichen Szenerie unter einem Baum als Schutz vor den Regentropfen ein. Später im Verlaufe des Nachmittags auf dieser langen Etappe wurde das Wetter immer besser, doch kam dafür auch immer mehr Ungeziefer angeflogen. Nach einem guten Stück entlang der schwedisch-norwegischen Grenze und einem letzten anstrengenden Abschnitt auf geteerter Strasse erreichten wir Vassbotten, wo wir unser Zelt auf dem Bullarebygdens Camping aufstellten. Nach einer erfrischenden Dusche gönnten wir uns ein feines Abendessen im Restaurant Nellies Place und genossen den Abend bei musikalischer Unterhaltung auf der Terrasse.
Um unsere Füsse und den ganzen Körper etwas von den Strapazen der vergangenen Tage zu erholen, legten wir am Mittwoch einen Ruhetag ein. Dabei konnten wir dank sehr freundlicher Unterstützung des Camping-Besitzers auch unsere Vorräte für die kommenden Tage in der Wildnis wieder etwas aufstocken.
Bohusleden 2015 - Vecka 1 - Tisdag och onsdag

Nach dieser Pause packten wir am Donnerstag wieder alle unsere Sachen zusammen und marschierten los Richtung Älgafallet, dem höchsten Wasserfall in Bohuslän und Grenze zu Norwegen. Nach einem Fotohalt mit Ab- und Aufstieg auf norwegischer Seite ging es weiter durch teilweise anspruchsvolles Gelände mit schlechter Wegmarkierung und einem Helikopter, der uns mit seiner Landung "einschneite". Später haben wir von einem Schweden erfahren, dass das weisse Pulver Kalk ist und gegen die Übersäuerung der Seen und Feuchtgebiete eingesetzt wird. Bei tollem Wanderwetter durchquerten wir eine wunderbare, wilde Landschaft mit Wald und Seen und erreichten gegen Abend den Vindskydd Nornäs. Nach einem wohl tuenden Bad im See und Würsten vom Grill zum Znacht, legten wir uns in der mit Schiebetüren verschliessbaren Hütte zur Nachtruhe.
Bohusleden 2015 - Vecka 1 - Torsdag

Auch am folgenden Tag konnten wir wieder durch atemberaubendes Gelände, das teilweise an einen Alpengarten und später an Moorlandschaften wie in den Freibergen erinnerte, marschieren. Ständig ging es auf und ab und das Mittagessen verspeisten wir in der Nähe des 202 m. ü. M. liegenden Gipfels Porsås. Am späteren Nachmittag erreichten wir unseren geplanten Etappenort am Daletjärn. Leider war die Hütte hier nur noch halb vorhanden, weshalb wir beschlossen noch etwas weiter zu gehen. Da gemäss Informationen aus dem Gästebuch in Nornäs auch die nächsten zwei Hütten nicht mehr existieren und zudem der Weg schlecht markiert sei, entschieden wir uns für eine alternative Route über einen Waldweg bis Holmen. Ab dort folgten wir wieder den orangenen Kennzeichnungen bis zu einem herrlichen Zeltplätzchen direkt am Ufer eines Sees, wo wir nach dem obligaten Bad und Nachtessen zu entferntem Elchgebrüll einschlafen konnten.
Bohusleden 2015 - Vecka 1 - Fredag

Freitag, 21. August 2015

In der Wildnis Bohusläns - Teil 1

Am letzten Tag des Monats Juli starteten unsere Sommerferien. In diesem Jahr zog es uns für eine Trekking-Tour in den Norden, genauer nach Westschweden in die Region Bohuslän. Nach der Anreise mit dem Zug nach Zürich-Flughafen, flogen wir mit KLM über Amsterdam Shiphol nach Göteborg-Landvetter. Von dort brachte uns der Flughafenbus ins Stadtzentrum, wo wir ins STF Hotel Göteborg City eincheckten und uns für eine letzte Nacht in echten Betten zur Ruhe legten.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück und Check-out erledigten wir die letzten Einkäufe wie Gas-Kartuschen und einige frische Lebensmittel und fuhren anschliessend mit dem Bus nach Strömstad, dem nördlichen Endpunkt des Bohusleden. Nachdem wir uns noch mit einer Pizza im Restaurant Kino's gestärkt hatten, marschierten wir durch das Städtchen bis zum Beginn des Wanderwegs und begaben uns auf die ersten Kilometer von vielen, die in den nächsten Tagen folgen werden. Bei angenehmem Wanderwetter führte uns der Weg über felsigen Untergrund, durch Wald, vorbei an historischen Grabhügeln und entlang von Strassen bis wir bei Hillern den ersten sogenannten Vindskydd (Windschutz) erreichten und dort unser Zelt aufbauten. Nach dem Essen genossen wir noch etwas die herrliche Aussicht bis nach Strömstad und legten uns bald zum Schlafen in unsere Schlafsäcke.

Bohusleden 2015 - Vecka 1 - Lördag

Noch vor sieben Uhr erwachten wir am Sonntagmorgen. Da es einige Regentropfen gab, räumten wir schnell das Zelt zusammen und verspeisten danach unser Frühstück. Als unsere Rücksäcke wieder kompakt gepackt waren, nahmen wir den nächsten Abschnitt unter die Füsse. Erneut ging es entlang von Strassen, später durch einsame Landschaften und über einen felsigen Aufstieg auf den Gipfel des Björnerödspiggen, den mit 222 m. ü. M. höchsten Berg in Bohuslän. Der dortige Aussichtsturm ermöglichte uns einen wunderbaren Überblick über die ganze Region. Unser Weg führte uns nun wieder hinunter bis nach Krokstrand, wo wir im Restaurant Stenhoggarn etwas zum Znacht bestellten. Später wanderten wir noch ein wenig weiter und stellten unser Zelt bei einem Sandstrand am Idefjorden auf. Nach einem erfrischenden Bad hiess es für uns schon beizeiten wieder Nachtruhe.
Bohusleden 2015 - Vecka 1 - Söndag

Nach dem Aufstehen und Frühstück am nächsten Morgen mussten wir unser Zelt etwas trocknen, da es von der Kondensation ein wenig feucht wurde. Nachdem wieder alles eingepackt war, machten wir uns auf den Weg für einen neuen schönen Wandertag. Zum Start mussten wir gerade einen heftigen Anstieg bewältigen, während es danach wiederum durch tolle Waldlandschaften und über Granitfelsen ging. Zum Mittagessen bereiteten wir uns erstmals einen Beutel Lightweight Food zu. Die Pasta mit Rindfleisch und Paprikasauce schmeckten gar nicht schlecht. Mit neuer Energie wanderten wir weiter durch die tolle Natur bis wir am späteren Nachmittag die Windschutzhütte bei Allemarken erreichten, wo wir erneut unser Zelt aufbauten und den Tag gemütlich bei einem Feuer ausklingen liessen.
Bohusleden 2015 - Vecka 1 - Måndag

Montag, 27. Juli 2015

Weekend au Paléo

Am vergangenen Freitag war es wieder einmal soweit und ein Besuch am Paléo Festival stand auf dem Programm. Kurz nach Mittag fuhren wir mit dem Zug via Genève nach Nyon und weiter bis L'Asse zum Festivalgelände. Nach der Ankunft suchten wir uns auf dem bereits recht gut besetzten Camping einen Platz für unser Zelt. Bald wurden wir fündig, stellten unser Nachtlager auf und begaben uns dann hinüber zum Areal mit den Bühnen und Essständen. Als erstes hörten wir uns den spirituellen Hip Hop der Deutsch-Nigerianerin Nneka an und stärkten uns anschliessend mit Poulet und Fisch zum Nachtessen. Weiter ging es mit der speziellen Mischung aus traditioneller und moderner Musik mit typisch mongolischem Kehlkopfgesang der Gruppe Yat-Kha aus der Republik Tuwa in Sibirien. Danach folgte auf der Hauptbühne das Spektakel der Komikertruppe 120 secondes, welches sich der 40jährigen Geschichte des Paléo Festivals widmete. Dabei zog leider ein heftiges Gewitter über das Gelände, so dass wir recht schnell ziemlich nass wurden und uns zum Schutz einige Minuten in ein Bühnen-Zelt zurückzogen. Den Rest des Abends verbrachten wir tanzend zum DJ-Set von Thylacine und dem Konzert von Faithless, bevor wir uns nach einer ordentlichen Fusswäsche zur Nachtruhe in unser Zelt begaben.
Paléo Festival 2015

Nach einigen Stunden mehr oder weniger erholsamen Schlaf, gönnten wir uns ein Frühstück von der Zeltplatz-Bäckerei und fuhren dann ins Städtchen Nyon für einen Spaziergang, etwas Shopping und Erholung in der Gemeinde-Badeanstalt. Am späteren Nachmittag betraten wir wieder das Konzertgelände und starteten mit einem animierten Auftritt des Marseille-Rappers Soprano, welcher das gut gelaunte Publikum bestens unterhielt. Der weitere Verlauf des Abends stand im Zeichen der Woodstock-Legenden Joan Baez und Robert Plant, der mit seiner Band The Sensational Space Shifters ein tolles Konzert spielte. Dazwischen sahen wir kurz bei der etwas anstrengenden südkoreanischen Gruppe Jambinai und dem Rapper Rootwords vorbei. Bei nun doch etwas frischeren Temperaturen schlossen wir unseren zweiten Abend mit dem engagierten Auftritt von Charlie Winston auf der Hauptbühne. Trotz einer im Vergleich zum Vorabend stark gesteigerten Geräuschekulisse auf dem Campingplatz fanden wir irgendwann doch noch etwas Schlaf, bevor es dann am Sonntagmorgen bereits wieder ans Zusammenpacken und Antreten der Heimreise ging. Alles in allem ein super Weekend und ein gelungener Ausflug ans Paléo 2015!

Donnerstag, 9. Juli 2015

Trip to the Emerald Isle - Part 2

Am nächsten Morgen hiess es wieder unser Zelt abbauen und alles einpacken, bevor wir für das Frühstück zum Sea Salt Cafe fuhren. Nach einem grossartigen Frühstück und verwöhnt von ausgezeichneter Gastfreundschaft konnten wir danach unseren Tag in Angriff nehmen. Auf dem Programm stand der Besuch der Cliffs of Moher, die wir am Vortag bereits per Schiff vom Fuss her besichtigten. Gerade kurz nach unserer Ankunft mit der Vespa und den ersten Schritten entlang dieses eindrücklicken Naturwunders fielen einige Regentropfen. Glücklicherweise besserte sich das Wetter aber genau so schnell wieder und wir konnten den faszinierenden Anblick bei einem Spaziergang zum O'Brien's Tower und wieder zurück zum Visitor Center bei guten Bedingungen geniessen. Innerhalb des schön in die Natur eingepassten Besucherzentrums konnten wir anschliessend einige Informationen zu den Klippen erfahren, bevor wir noch ein wenig in die andere Richtung marschierten. Nachdem wir genug gesehen hatten, fuhren wir zurück nach Doolin, um dort doch noch im berühmten O'Connor's Pub etwas zu essen. Danach trennten sich unsere Wege für ein paar Stunden. Während Sabine per Vespa Richtung Dublin fuhr, nahm ich den Bus zuerst durch die wunderschöne Landschaft Westirlands nach Galway und von dort quer durchs Land bis kurz vor Dublin, wo wir uns wieder trafen und gemeinsam zum Camac Valley Caravan & Camping Ground reisten.

Ireland 2015 - Sunday

Nach einer weiteren Nacht in unserem Zelt fuhren wir am morgen mit dem Sightseeing-Bus ins Stadtzentrum und gönnten uns im Cafe Kylemore zuerst ein leckeres Frühstück. Weiter ging es mit einem Stadtbummel durch das bekannte Viertel Temple Bar, entlang des Liffey und zum Trinity College. Nach einem Bier im Auld Dubliner Pub besuchten wir die sehr ansprechende Ausstellung Riddle of the Burial Grounds zur Herausforderung der Kommunikation im Zusammenhang mit atomaren Endlagern im Museum Project Arts Centre. Einige Schritte später verspeisten wir unser Nachtessen in der Gourmet Burger Kitchen, bevor wir mit dem Linienbus zurück zum Camping-Platz fuhren, wo wir schon von weitem zwei weitere Vespas in der Nähe unseres "Mixers" erkennen konnten. Beim Näherkommen stellten wir fest, dass sich zwei Italiener aus Venezia auf ihrem jährlichen Vespa-Trip neben unserem Zelt niedergelassen hatten. In gemütlicher Runde bei echtem italienischen Kaffee und angeregten Gesprächen beendeten wir diesen Tag.

Ireland 2015 - Monday

Und dann kam für mich schon der letzte Morgen mit sehr frühem Aufstehen. Nachdem ich meinen Rucksack fertig gepackt hatte, führte mich Sabine an den Dublin Airport. Dort bestieg ich die Ryanair-Maschine zurück nach Basel und reiste mit dem Zug wieder nach Hause.

Sonntag, 5. Juli 2015

Trip to the Emerald Isle - Part 1

Am vergangenen Donnerstag vor einer Woche packte ich meinen Rucksack und fuhr mit dem ÖV an den Euroairport in Basel. Dort bestieg ich eine Boeing 373-800 von Ryanair und liess mich nach Dublin fliegen. Nach einem schnellen Mittagessen am Flughafen bei McDonald's ging die Reise weiter per Bus nach Limerick, wo ich nach einem Bier bei Cobblestone Joe's Sabine, die mit der Vespa anreiste, traf. Die Fahrt von Rosslare nach Limerick konnte sie in Begleitung eines Vespafahrers aus Zürich, der für einen Sprachaufenthalt nach Irland fährt, absolvieren. Unser Weg führte uns von hier weiter nach Bunratty, wo wir in einem kleinen, ländlichen Campingplatz unser Zelt aufbauten. Das Nachtessen nahmen wir im seit fast 400 Jahren bestehenden Pub Durty Nelly's ein und machten zum Abschluss dieses Tages noch einen kurzen Spaziergang.

Ireland 2015 - Thursday
 
Nach einer erholsamen Nacht packten wir unser Zelt wieder zusammen und fuhren zum Bunratty Castle & Folk Park. Zuerst assen wir dort in der Teestube unser Frühstück und starteten dann den Rundgang durch das irische Dorf aus dem 19. Jahrhundert und das mittelalterliche Schloss. Das hier aufgebaute Dorf besteht aus etwa 30 Häusern wie Schmiede, Scheunen, Bauern- und Fischerhäuser und hat sogar eine Dorfstrasse mit Schule, Pub und kleinen Läden. Interessant sind auch die Informationen zum Leben in dieser Zeit, welche von Darstellern in und um die Häuser erzählt werden. Nachdem wir einige Zeit in diesem schönen Park verbrachten, machten wir uns auf zur Weiterreise. Zuerst mit der Vespa nach Shannon, wo uns ein ausgewanderter deutscher Motorradfahrlehrer den Weg zum Flughafen zeigte. Von dort fuhr Sabine mit der Vespa weiter und ich nahm den Bus nach Ennis, wo ich umsteigen musste und auf die Linie nach Doolin wechselte, um dort am Abend Sabine wieder zu treffen. Nach dem Aufbau des Zeltes auf dem Riverside Camping begaben wir uns fürs Nachtessen ins Dorf und verspeisten im Sonas Café eine feine Pizza.
Ireland 2015 - Friday

Zum Start des Samstags genossen wir das Frühstück im Doolin Café und fuhren dann mit der Vespa zum Hafen, wo wir das Schiff nach Inis Oírr (oder englisch Inisheer), der kleinsten bewohnten Insel der Aran Islands bestiegen. Nach der wegen dem Wellengang bewegten Überfahrt gingen wir von Bord und begannen unsere Wanderung über die schön grüne Insel bei wechselhaften Wetterbedingungen. Auf unserem Rundgang besuchten wir die Ruine der St. Kevin's Church, den See Loch Mór, das Wrack des 1960 verunglückten Frachters Plassy und den noch stehenden Turm des O'Brien's Castle. Zurück in der Nähe des Hafens nutzten wir die Wartezeit bis zur Abfahrt des Schiffes für eine kleine Zwischenverpflegung im Tigh Ned Seafood Pub, wo sich drei Musiker für eine spontane Irish Music Session zusammenfanden. Auf der Rückfahrt über die Wellen ging es zuerst nach Doolin, um einige Fahrgäste abzuladen und dann noch auf die Tour vor die Cliffs of Moher. So hatten wir die Möglichkeit diese imposanten bis zu 200m hohen, steil abfallenden Felswände vom Meer her zu bestaunen. Nachdem wir auch wieder an Land waren, zogen wir unsere Regenkleidung an, da es nun doch recht stark regnete und fuhren zurück zum Campingplatz. Für das Nachtessen liefen wir zuerst rüber zum O'Connor's Pub, wo wir allerdings keinen freien Platz fanden und deshalb wieder zurück marschierten. Stattdessen setzten wir uns im Fitz's Pub an einen Tisch und liessen uns kulinarisch verwöhnen.
Ireland 2015 - Saturday

Sonntag, 31. Mai 2015

Eine Weltreise in der Nähe - Teil 2

Nach einer angenehmen Nacht im Zelt fuhren wir am Montagmorgen erneut mit Bus und Metro zum Expo-Gelände, unterzogen uns dem Security-Check und begaben uns wieder auf Entdeckungsreise. Nach einem kurzen Besuch bei der Dom-Unterhaltsstiftung, reisten wir ins grüne Irland, durch die nepalesische Tempel-Landschaft und in den Sudan. Als nächstes sahen wir uns mit dem britischen Bienenstock einen der Highlight-Pavillons an. Weiter ging es mit den monegassischen Containern, der slowakischen Energie und Mendelejews Periodensystem im russischen Auftritt. Zum Mittagessen gab es für uns an diesem Tag einen indonesischen Spiess mit Reis und anschliessend konnten wir auch gerade - zumindest virtuell - Indonesien besuchen. Danach war es Zeit für die Schweizer Türme, wo wir dank unseren Online-Tickets ohne Anstehen den Lift nach oben betreten konnten. Weil Apfelringli und Wasser bereits zu einem Viertel aufgebraucht waren, wird entgegen dem eigentlichen Konzept in das Konsumverhalten der Besucher eingegriffen und wir konnten uns nur bei Kaffee und Salz bedienen. In einem der buntesten Pavillons wurde uns später Ecuador mit seinen unterschiedlichen Regionen und Produkten vorgestellt, bevor die Reise uns dann nach Qatar und Turkmenistan führte. Weiter besuchten wir die hölzerne Gallery of Estonia, die Wüstenlandschaft des Sultanats Oman und die Aromen Marokkos, bevor wir uns nach Kuwait und zum Durchatmen in den kühlen österreichischen Wald begaben. Zum Abschluss dieses Tages genossen wir das Nachtessen im Restaurant des Schweizer Pavillons und schlenderten noch ein ein bisschen dem Decumano entlang.
Expo 2015 Milano - Giorno 2

Am Morgen des Dienstags hiess es nach dem Aufstehen alles inklusive Zelt zusammenpacken und beim Büro des Campingplatzes auschecken. Nach Ankunft beim Expo-Gelände mussten wir feststellen, dass trotz gegenteiliger Auskunft am Vortag, in vernünftiger Nähe keine Möglichkeit zur Gepäckaufbewahrung bestand. Da wir nicht mehrere Stunden verlieren wollten mit der vorgeschlagenen Lösung Milano Centrale, also der Fahrt zu den Schliessfächern am Hauptbahnhof, blieb uns nichts anderes übrig als den schweren Koffer den ganzen Tag mitzuschleppen und zu hoffen, dass wir trotzdem Einlass in die Pavillons erhalten werden. Unseren Rundgang starteten wir mit den Pavillons von Mexiko und Spanien sowie einem weiteren Highlight mit entsprechender Wartezeit Kasachstan, wo im 2017 die nächste Weltausstellung stattfinden wird. Fürs Mittagessen zog es uns zu den holländischen Ess-Wagen, wo wir uns einen leckeren Cheese-Burger ohne Fleisch einverleibten. Frisch gestärkt besuchten wir anschliessend die Auftritte von Aserbaidschan, Uruguay, Malaysia und Weissrussland. Zum Schluss liessen wir uns nach Angola entführen, bevor wir Richtung Ausgang und Bahnhof Rho Fiera Expo Milano 2015 spazierten und von dort mit dem Zug direkt nach Bern und weiter nach Hause reisen konnten. Abschliessend lassen sich die drei Tage Expo 2015 in Milano als tolles Erlebnis mit Einschränkungen wie fehlender Souvenirshop oder nicht existierende Schliessfächer festhalten. Da die Weltausstellung noch bis Ende Oktober dauert lässt sich vielleicht der Kauf eines Souvenirs anlässlich eines weiteren Besuches noch nachholen.
Expo 2015 Milano - Giorno 3

Samstag, 30. Mai 2015

Eine Weltreise in der Nähe - Teil 1

Da uns die Weltausstellung in Zaragoza im 2008 sehr gut gefallen hat, war es für uns schon seit längerem klar, dass wir die in diesem Jahr in Milano statt findende Expo 2015 besuchen wollen. Am vergangenen Samstag machten wir uns deshalb auf den Weg und reisten in rund fünf Stunden mit dem Zug über Bern, Brig und Domodossola nach Rho Fiera Expo Milano 2015 und von dort mit Metro und Bus zum Camping Village Città di Milano. Nachdem wir problemlos unser Zelt aufgebaut hatten, begaben wir uns für einen kleinen Sightseeing-Bummel zum Duomo. Danach genossen wir in der Osteria al 29 ein feines Nachtessen und kehrten zum Zeltplatz zurück.
Expo 2015 Milano - Anreise

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus und der Metro zum Messegelände in Rho-Fiera und konnten nach kurzem Anstehen die Sicherheitskontrolle passieren und über eine Passerelle die Expo 2015-Welt betreten. Als erstes besuchten wir die Gärten im Bahrain Pavilion und wanderten dann über das Netz von Brazil. Weiter sahen wir futuristische Salatanbauarten im belgischen Pavillon und liessen uns von der koreanischen Küche im Korea Pavilion beeindrucken. Nach dem belgischen Mittagessen besuchten wir Vietnam, Polen und Holland. Später sahen wir uns die Pavillons des Vatikans und von Slowenien an. Danach mussten wir erstmals etwas länger Anstehen für die deutschen Fields of Ideas, wo wir interessante Ansätze für die Ernährung in der Zukunft auf interaktive Weise erleben konnten. Nach dem Einblick in die iranische Landwirtschaft mit leckeren Pistazien, wurden wir per Videobotschaft von Barack Obama höchstpersönlich zu American Food 2.0 begrüsst. Dieser Pavillon beeindruckt mit seinen hängenden Gärten an der Aussenfassade und den unterhaltsamen Kurzfilmen über die US-Food-Kultur. Vor dem Nachtessen in Eataly, wo regionale italienische Spezialitäten angeboten werden, schauten wir uns noch ein bisschen Essensgeschichte im Auftritt der Türkei sowie den Cluster Arid Zones, der einige Länder aus den trockensten Gebieten der Erde zusammenfasst, an, und spazierten durch den Biodiversity Park. Zum Abschluss dieses tollen Tages liessen wir uns vom Cirque du Soleil und seinem eigens für diese Weltausstellung entworfenen Programm Allavita! verzaubern.
Expo 2015 Milano - Giorno 1