Sonntag, 31. Mai 2015

Eine Weltreise in der Nähe - Teil 2

Nach einer angenehmen Nacht im Zelt fuhren wir am Montagmorgen erneut mit Bus und Metro zum Expo-Gelände, unterzogen uns dem Security-Check und begaben uns wieder auf Entdeckungsreise. Nach einem kurzen Besuch bei der Dom-Unterhaltsstiftung, reisten wir ins grüne Irland, durch die nepalesische Tempel-Landschaft und in den Sudan. Als nächstes sahen wir uns mit dem britischen Bienenstock einen der Highlight-Pavillons an. Weiter ging es mit den monegassischen Containern, der slowakischen Energie und Mendelejews Periodensystem im russischen Auftritt. Zum Mittagessen gab es für uns an diesem Tag einen indonesischen Spiess mit Reis und anschliessend konnten wir auch gerade - zumindest virtuell - Indonesien besuchen. Danach war es Zeit für die Schweizer Türme, wo wir dank unseren Online-Tickets ohne Anstehen den Lift nach oben betreten konnten. Weil Apfelringli und Wasser bereits zu einem Viertel aufgebraucht waren, wird entgegen dem eigentlichen Konzept in das Konsumverhalten der Besucher eingegriffen und wir konnten uns nur bei Kaffee und Salz bedienen. In einem der buntesten Pavillons wurde uns später Ecuador mit seinen unterschiedlichen Regionen und Produkten vorgestellt, bevor die Reise uns dann nach Qatar und Turkmenistan führte. Weiter besuchten wir die hölzerne Gallery of Estonia, die Wüstenlandschaft des Sultanats Oman und die Aromen Marokkos, bevor wir uns nach Kuwait und zum Durchatmen in den kühlen österreichischen Wald begaben. Zum Abschluss dieses Tages genossen wir das Nachtessen im Restaurant des Schweizer Pavillons und schlenderten noch ein ein bisschen dem Decumano entlang.
Expo 2015 Milano - Giorno 2

Am Morgen des Dienstags hiess es nach dem Aufstehen alles inklusive Zelt zusammenpacken und beim Büro des Campingplatzes auschecken. Nach Ankunft beim Expo-Gelände mussten wir feststellen, dass trotz gegenteiliger Auskunft am Vortag, in vernünftiger Nähe keine Möglichkeit zur Gepäckaufbewahrung bestand. Da wir nicht mehrere Stunden verlieren wollten mit der vorgeschlagenen Lösung Milano Centrale, also der Fahrt zu den Schliessfächern am Hauptbahnhof, blieb uns nichts anderes übrig als den schweren Koffer den ganzen Tag mitzuschleppen und zu hoffen, dass wir trotzdem Einlass in die Pavillons erhalten werden. Unseren Rundgang starteten wir mit den Pavillons von Mexiko und Spanien sowie einem weiteren Highlight mit entsprechender Wartezeit Kasachstan, wo im 2017 die nächste Weltausstellung stattfinden wird. Fürs Mittagessen zog es uns zu den holländischen Ess-Wagen, wo wir uns einen leckeren Cheese-Burger ohne Fleisch einverleibten. Frisch gestärkt besuchten wir anschliessend die Auftritte von Aserbaidschan, Uruguay, Malaysia und Weissrussland. Zum Schluss liessen wir uns nach Angola entführen, bevor wir Richtung Ausgang und Bahnhof Rho Fiera Expo Milano 2015 spazierten und von dort mit dem Zug direkt nach Bern und weiter nach Hause reisen konnten. Abschliessend lassen sich die drei Tage Expo 2015 in Milano als tolles Erlebnis mit Einschränkungen wie fehlender Souvenirshop oder nicht existierende Schliessfächer festhalten. Da die Weltausstellung noch bis Ende Oktober dauert lässt sich vielleicht der Kauf eines Souvenirs anlässlich eines weiteren Besuches noch nachholen.
Expo 2015 Milano - Giorno 3

Samstag, 30. Mai 2015

Eine Weltreise in der Nähe - Teil 1

Da uns die Weltausstellung in Zaragoza im 2008 sehr gut gefallen hat, war es für uns schon seit längerem klar, dass wir die in diesem Jahr in Milano statt findende Expo 2015 besuchen wollen. Am vergangenen Samstag machten wir uns deshalb auf den Weg und reisten in rund fünf Stunden mit dem Zug über Bern, Brig und Domodossola nach Rho Fiera Expo Milano 2015 und von dort mit Metro und Bus zum Camping Village Città di Milano. Nachdem wir problemlos unser Zelt aufgebaut hatten, begaben wir uns für einen kleinen Sightseeing-Bummel zum Duomo. Danach genossen wir in der Osteria al 29 ein feines Nachtessen und kehrten zum Zeltplatz zurück.
Expo 2015 Milano - Anreise

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus und der Metro zum Messegelände in Rho-Fiera und konnten nach kurzem Anstehen die Sicherheitskontrolle passieren und über eine Passerelle die Expo 2015-Welt betreten. Als erstes besuchten wir die Gärten im Bahrain Pavilion und wanderten dann über das Netz von Brazil. Weiter sahen wir futuristische Salatanbauarten im belgischen Pavillon und liessen uns von der koreanischen Küche im Korea Pavilion beeindrucken. Nach dem belgischen Mittagessen besuchten wir Vietnam, Polen und Holland. Später sahen wir uns die Pavillons des Vatikans und von Slowenien an. Danach mussten wir erstmals etwas länger Anstehen für die deutschen Fields of Ideas, wo wir interessante Ansätze für die Ernährung in der Zukunft auf interaktive Weise erleben konnten. Nach dem Einblick in die iranische Landwirtschaft mit leckeren Pistazien, wurden wir per Videobotschaft von Barack Obama höchstpersönlich zu American Food 2.0 begrüsst. Dieser Pavillon beeindruckt mit seinen hängenden Gärten an der Aussenfassade und den unterhaltsamen Kurzfilmen über die US-Food-Kultur. Vor dem Nachtessen in Eataly, wo regionale italienische Spezialitäten angeboten werden, schauten wir uns noch ein bisschen Essensgeschichte im Auftritt der Türkei sowie den Cluster Arid Zones, der einige Länder aus den trockensten Gebieten der Erde zusammenfasst, an, und spazierten durch den Biodiversity Park. Zum Abschluss dieses tollen Tages liessen wir uns vom Cirque du Soleil und seinem eigens für diese Weltausstellung entworfenen Programm Allavita! verzaubern.
Expo 2015 Milano - Giorno 1

Donnerstag, 30. April 2015

Blumen und Mehr

Nach den beiden Wandertagen hatten wir zum Abschluss unserer Ferien im Süden der Schweiz, welche leider bereits seit zwei Wochen vorbei sind, noch ein etwas gemütlicheres Programm. Von Magadino fuhren wir hinunter nach Vira und einen Hügel weiter wieder hinauf Richtung Piazzogna / Vairano bis zum wunderbaren Parco Botanico del Gambarogno, der vom Baumschulisten Otto Eisenhut angelegt wurde. In einem rund einstündigen Rundgang liessen wir uns von den herrlich blühenden Kamelien, Magnolien, Rhododendren und Azaleen verzaubern. Den Nachmittag verbrachten wir später auf der anderen Seite des Sees bei einem Bummel durch Locarno inklusive gemütlichem Sitzen in einem Café auf der Piazza Grande. Am Abend durften wir im Ristorante al Grottino in Piazzogna ein sehr feines Risotto ai porcini mit Saltimbocca und passend dazu ein Boccalino Merlot geniessen.

Ticino 2015 - Parco Botanico del Gambarogno


Am Mittwoch hiess es dann Abschied nehmen vom Tessin und so machte ich mich mit der Vespa auf Richtung Norden. Zuerst nach Bellinzona, dann die Leventina hinauf bis zum Mittagshalt in Airolo. Weiter führte mich die Fahrt durch den Gotthard-Tunnel, durchs Urnerland und über die Axenstrasse via Küssnacht nach Luzern. Von dort ging es weiter über Willisau, Herzogenbuchsee und Solothurn bis ich gegen Abend nach einer schönen Tour die Endstation Biel erreichte.

Dienstag, 21. April 2015

Am Fluss und in den Bergen

Für die folgenden zwei Tage hatten wir uns zwei weitere Etappen auf dem Trans Swiss Trail vorgenommen. Da wir im Sommer 2013 unseren Marsch über den Gotthard in Biasca beendeten, wurden wir von Sabines Eltern am Sonntag morgen an den Bahnhof in Biasca geführt, um dort mit der Route weiterzufahren. Zuerst marschierten wir durch Siedlungsgebiet bis wir schon bald das Ufer des Ticino erreichten und nun die nächsten Kilometer auf schönen Uferpfaden weiterwandern konnten. Bei Lodrino wechselten wir die Flussseite und marschierten bei bestem Wanderwetter weiter. In der Nähe von Cresciano machten wir unseren Mittagshalt und gingen dann weiter bis wir bei Castione über eine Brücke die Moësa überquerten. Bald schon erreichten wir das Ortsschild von Bellinzona, begaben uns aber nicht in die Stadt, sondern folgten mit Blick auf die drei Burgen weiterhin dem Ticino. Beim Restaurant Lo Scugnizzo direkt am Wanderweg setzten wir uns auf die Terrasse und gönnten uns einen feinen Coupe, bevor wir noch die restliche Strecke bis zum Bahnhof in Giubiasco unter die Füsse nahmen.
Wanderung: Biasca - Giubiasco

Obwohl wir - vor allem ich - von den rund 27 Kilometern am Vortag etwas schwere Beine und schmerzende Fussgelenke hatten, entschieden wir uns am Montagmorgen die nächse Etappe in Angriff zu nehmen. Start war in Giubiasco, wo wir am Tag davor aufgehört hatten. Zuerst führte uns der Weg durch den erwachenden Vorort Bellinzonas, aber bald schon begann der Anstieg den Hang hinauf. Nachdem wir zuerst etwas im Wald wanderten, dann einer Strasse folgten und lange keinen gelben Wegweiser mehr sahen, hatten wir plötzlich den Eindruck vom Weg abgekommen zu sein. Eine kurze Konsultation der Wanderkarte bestätigte unseren Eindruck und wir wollten uns gerade auf den Rückweg machen, als uns ein älterer Herr zurief, ob wir nach Isone wollten. In einem kurzen Gespräch erzählte uns der nette Mann, dass vermutlich ein Bauer, der niemanden über sein Land laufen lassen möchte die Schilder entfernt und wies uns wieder auf die richtige Spur. Weiter gings also mit dem Anstieg bis wir die 800 Höhenmeter bewältigt hatten und bei Cima di Dentro unsere wohlverdiente Mittagspause machen konnten. Nach etwas Ausruhen ging es weiter am Sendemast des ehemaligen Landessenders Monte Ceneri und dem Waffenplatz der Grenadiere vorbei ins Dörfchen Isone, wo wir einen Kaffehalt einlegten. Frisch gestärkt wanderten wir nun durch wunderschöne Landschaften vorbei am Hochmoor Gola di Lago und durch herrlichen Birkenwald bis wir plötzlich freien Blick auf den Luganersee hatten. Nun ging es noch etwas bergab, neben dem alten Franziskanerkloster Santa Maria del Bigorio durch bis wir ziemlich erschöpft unseren Zielort Tesserete erreichten. Dank perfektem Timing konnten wir gerade den Bus besteigen, der uns nach Lugano führte. Zum Abschluss dieses tollen Wandertages auf der Königsetappe des Trans Swiss Trails gönnten wir uns eine feine Pizza aus dem Holzofen des Ristorante Commercio.
Wanderung: Giubiasco - Tesserete

Sonntag, 19. April 2015

Frühling im Tessin

Am Donnerstag vor einer Woche begannen unsere Frühlingsferien, die wir wie oft in den letzten Jahren im Tessin verbrachten. Recht früh machte ich mich also auf den Weg mit dem Zug via Zürich und Bellinzona nach Cadenazzo, wo mich Sabines Eltern freundlicherweise abholten. Nachdem etwas später auch Sabine in Magadino eingetroffen war und wir uns in der Ferienwohnung eingerichtet hatten, nutzten wir den Nachmittag für einen gemütlichen Spaziergang im immer wieder schönen Naturschutzgebiet Bolle di Magadino, bevor wir am Abend ein leckeres Nachtessen serviert bekamen.
Ticino 2015 - Bolle di Magadino

Am Freitag unternahmen wir einen Ausflug ins Valle Maggia, wo wir an unserem "Stammplatz" bei Moghegno etwas Zeit verbrachten und gemütlich Cervelats zum Mittagessen grillierten. Das Wetter war recht freundlich, aber zeitweise doch noch zügig, so dass wir mit unseren Windbreakern von Columbia gut ausgerüstet waren. Sogar einige Regentropfen, die glücklicherweise nicht fielen, hätten uns nichts ausgemacht. Die leichten und klein zusammenlegbaren Jacken sind praktisch zum Mitnehmen und sehen auch noch gut aus. Später spazierten wir noch gemütlich ins romantische Dörfchen und kehrten für ein Kaffe in ein Restaurant ein. Danach begaben wir uns in die Wohnung zurück und durften ein feines Nachtessen geniessen. Zum Ausklang des Tages fuhren wir mit Sabines Bruder und dessen Frau nach Ascona, schlenderten die Strandpromenade entlang und gönnten uns einen Schlummertrunk auf der Terrasse des Ristorante Seven.
Ticino 2015 - Valle Maggia

Den Samstag starteten wir mit einem ausgedehnten Frühstück und fuhren anschliessend zum Maggia-Delta in Locarno, wo wir das Auto parkierten. Von dort wanderten wir gemächlich der Maggia entlang und genossen das schöne, warme Frühlingswetter. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem kleinen Stadtbummel über die Piazza Grande in Locarno, wo gerade ein Anlass der Feuerwehr stattfand. Später am Abend kochten wir dann ein Menü mit Lachs und Reis für die ganze Feriengesellschaft.
Ticino 2015 - Maggia-Delta Locarno

Montag, 30. März 2015

Fish'n'rice

Den gestrigen Sonntag, welcher durch die Zeitumstellung etwas kürzer ausfiel, liessen wir am Abend mit einem feinen Essen ausklingen. Begleitet wurde das Fischmenü von einem Pinot Gris der Domaine Saint-Rémy aus dem Elsass.

Lachsfilets an Senfsauce mit Zitronenreis

Zutaten (für 2 Personen)

2 Lachsfilets
2 EL Senf (mit Piment d'Espelette)
2 EL Rohzucker
1 TL getrockneter Dill
1 TL Apfelweinessig
1 Zitrone
2 Tassen Basmati-Reis
2 EL Mandelsplitter
3 EL Kokosraspel
1 EL Ghee
8 Curryblätter
1 TL Senfkörner
1 Prise Asafoetida-Pulver
1 EL Kurkuma
Tabasco
  1. Backofen auf 200°C vorheizen. Senf, Zucker und Dill verrühren. Mit der Hälfte der Mischung die Lachsfilets marinieren und diese im Backofen rund 10 Minuten garen.
  2. Essig und etwas Saft von der ausgepressten Zitrone zur Senf-Zucker-Mischung geben und zu einer Sauce verrühren. Im Reiskocher das Reis zubereiten.
  3. Währenddessen in einer Bratpfanne Mandelsplitter und Kokosraspel anrösten. In einer anderen Pfanne das Ghee erhitzen und Curryblätter, Senfkörner, Asafoetida und Kurkuma bis zum Knistern rösten.
  4. Den Inhalt beider Pfannen sowie den Rest des Zitronensaftes in den Reis mischen und mit einigen Tropfen Tabasco würzen. Fisch, Reis und Sauce auf dem Teller anrichten und servieren. Dazu passt auch ein Salat.

Montag, 23. März 2015

Wunderbare Welt aus der Kiste


Seit anfangs März gastiert das Spektakel Kooza, welches seit 2007 auf Welttournée ist, in Bern. Wir wollten uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und kauften uns zwei Tickets dafür. Gestern Sonntag war es dann soweit und wir fuhren per S-Bahn nach Bern Wankdorf, marschierten am Stade de Suisse vorbei zur Allmend und betraten die magische Welt des kanadischen Zirkusimperiums. Nachdem wir uns - bei doch recht happigen Preisen und eher kleinem Angebot - verpflegt hatten, begaben wir uns zu unseren Plätzen und warteten gespannt auf den Beginn der Vorstellung. Bereits einige Minuten vor dem offiziellen Auftakt wurde das Publikum durch Touristen mit riesigen Popcorn-Bechern, einen Ticket-Schwarzmarkt-Händler, Polizisten und den König der Narren auf das kommende Spektakel eingestimmt. Pünktlich um 18.00 Uhr ging es los mit verträumten Szenen des Unschuldigen, der in die Welt von Kooza, was aus dem Sanskrit abgeleitet ist und Kiste, Box oder Schatz bedeutet, eintaucht. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag mit fantastischen Akrobatiknummer der absoluten Spitzenklasse! Es beginnt mit einer Trapez-Nummer gefolgt von Schlangenfrauen, die sich unglaublich verbiegen können, einem atemberaubenden Hochseilakt und einem Einrad-Duo. Nach der Pause wird uns neben faszinierender Reifenakrobatik und einem Stuhl-Turm auch das Highlight mit dem nervenaufreibenden Rad des Todes serviert. Zum Abschluss werden wir noch Zeuge von durch die Luft wirbelnden Artisten, die mit einer Wippe bis fast unters Zeltdach katapultiert werden. Nach rund zwei Stunden begeisternder Akrobatik mit märchenhafter Rahmenhandlung und toller musikalischer Begleitung durften sich die Artisten die verdiente Standing Ovation des Publikums abholen und wir konnten begeistert den Heimweg antreten.